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ARDF - Funksport

Foxoring in Haltern

Mit den Jungs auf der Jagd nach dem elektronischen Fuchs – eine ARDF Story

Eine Art Schnitzeljagd, denn dieser Begriff sagt den meisten Menschen mehr, ist in Amateurfunkkreisen die Fuchsjagd – ARDF Amateur Radio Direction Finding oder was im Falle dieser Story richtiger wäre – Foxoring.

Im Amateurfunk unterscheidet man bei den Spielarten der elektronischen Sendersuche die Fuchsjagd und das Foxoring. Bei der Fuchsjagd (heute sagen viele Menschen lieber ARDF – Amateur Radio Direction Finding) werden in einem geeigneten Gebiet, meistens einem Wald, 5 Sender verteilt, die es zu finden gilt.

Bei der Fuchsjagd ist alles straffer organisiert als beim sogenannten Foxoring, die Sender senden immer 1 Minute lang ihre Kennung in Morse-Code CW auf der selben Frequenz hintereinander aus, der erste Fuchs sendet MOE (- – – – – .), der zweite sendet MOI (- – – – – . .), der dritte MOS (- – – – – . . .), usw. dies dient der akustischen Unterscheidung der Sender durch den Sucher. Die Jäger dürfen alle 5 Minuten starten, meistens ist das „vorpeilen“ vor dem Start erlaubt, man kann also bevor man startet ein oder zwei 5-Minuten Durchläufe aller Sender dazu nutzen um die Positionen der Sender im Wald in etwa auf einer Karte zu bestimmen, um den optimalen Weg durch den Wald zu planen, denn es geht auf Zeit. Der Jäger der alle 5 Füchse in der kürzesten Zeit gefunden hat, siegt in seiner Altersklasse.

Beim Foxoring ist alles etwas lockerer, es ist auch für Anfänger leichter zu bewerkstelligen und führt daher eher zu einem Erfolgserlebnis. Beim Foxoring werden eine gewisse Anzahl an Sendern im Wald verteilt, in Haltern sind es häufig 12 Sender. Diese Sender werden in einer Karte mit einem Kreis von maßstäblich etwa 50m Durchmesser eingetragen damit man den ungefähren Standort der Sender kennt, um dorthin zu gelangen, denn hier haben wir noch einen Unterschied zur Fuchsjagd mit 5 Sendern: Beim Foxoring hört man die Sender nur in einem Umkreis von etwa 50 Metern, sie senden dauerhaft eine Kennung MO ( – – – – -) aus. Bei der Fuchsjagd mit 5 Sendern hört man sie durch den gesamten Wald. Auch der Zeitpunkt des Starts ist jedem freigestellt. Wenn der Start freigegeben ist, kann jeder starten wann er will, so ergeben sich auch keine oder weniger Suchgrüppchen.

Ich fahre gerne nach Haltern aber am liebsten wenn es eine sogenanntes Drei-Band-Foxoring ist. Das bedeutet, es werden Kombi-Sender verteilt die auf drei Frequenzbändern gleichzeitig senden, auf 80m bei 3,5 Mhz, auf 2m bei 144 Mhz und auf meinem Lieblingsband, dem 70cm Band bei 433 Mhz. So war es auch am 14.02.2026, es wurde zum Drei-Band-Foxoring nach Haltern geladen.

Ich habe also meine Ausrüstung für das 70cm Band zusammengesucht und die Akkus in die Ladegeräte gesteckt, als mein 4 jähriger fragte:

Papa, was ist eine Fuchsjagd? Ist das ein echter lebender Fuchs?

Er hat wohl das Gespräch zwischen meiner Frau und mir mitbekommen, in dem ich sie fragte ob irgendetwas dagegen sprechen würde, zur Fuchsjagd nach Haltern zu fahren.

Ich konnte seine Frage mit einem Griff in den Hausflur prima beantworten, denn dort hängen unter der Decke an einer Stange einige Sender für Fuchsjagden, die wir in unserem OV veranstaltet haben. Ich habe ihm ein bisschen erklärt worum es geht und was man bei einer Fuchsjagd (gemeint ist Foxoring) macht, was er wohl auch verstanden hat.

Mein 4-jähriger war sehr interessiert und fragte mich, ob er mitkommen dürfe. Nachdem ich meinen 9-jährigen gefragt habe, ob er auch mitkommen wolle und dieser die Frage freudig bejahte, suchte ich noch zwei weitere Peilempfänger, die aber für das 80m Band vorgesehen sind heraus und schnappte mir die Kopfhörer der Kinder von ihren Geschichtenwürfeln.

Als wir am nächsten Tag in Haltern eintrafen, begrüßte uns eine Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt, wir waren für das Wetter gut gerüstet, es fielen ein paar wenige Schneeflocken, der Boden war nicht gefroren. Wir meldeten uns in der Gaststätte die als Treffpunkt gilt beim Veranstalter an und nahmen unsere Sport-Ident Leihchips für die elektronische Zeitnahme mit, die freundlicherweise von den Veranstaltern immer in ausreichender Zahl vorrätig sind. Ich rüstete die Kinder mit ihren Peilempfängern aus und baute meine Peilausrüstung für das 70cm Band zusammen. Nun erklärte ich den Kindern anhand eines Testsenders am Start wie sie den Peilempfänger richtig einsetzen und worauf sie achten sollten. Ob sie es verstanden haben wusste ich nicht, man lernt meiner Ansicht nach sowieso besser wenn man „machen“ kann, also liefen wir los in Richtung des ersten Kreises auf der Karte, der Sender mit der Nummer 6.

Die Karten der Landschaft die man beim Veranstalter bekommt sind immer sehr genau, beim Start habe ich aber jedes Mal Probleme den richtigen Weg zu finden. Dieses Mal hat es geklappt, wir haben den richtigen Weg erwischt und die Kinder hörten fleißig und aufmerksam in ihre Kopfhörer hinein und bewegten die Peilempfänger umher, jeder wollte der erste sein der den ersten Sender hört.

Als der erste Sender sich den Kindern in ihren Kopfhörern präsentierte, wurde das grinsen in ihren Gesichtern breiter und sie fingen an zu rennen, jeder wollte den Sender zuerst finden. Leider liefen sie in die falsche Richtung, ich ließ sie mal machen, denn irgendwann werden sie den Sender nicht mehr hören. Dies war wohl nach kurzer Zeit der Fall, denn sie sahen sich verwundert um und fragten sich wohl, warum ich stehen geblieben bin. Ich konnte mir ein breites grinsen nicht verkneifen als ich die Jungs zu mir rief, ich zeigte ihnen die ungefähre Richtung die sich mir mit meiner Richtantenne zeigte und sagte sie sollen mal in „dieser Richtung“ suchen. Sie suchten und suchten, wussten aber allem Anschein nach nicht worauf sie achten mussten. Selbst mein 9-jähriger der schon bei dem ein oder anderen Foxoring passiv dabei war, wusste sich nicht zu helfen. Ich zeigte den Jungs den Sender und die SI-Station und ich ließ sie die SI-Chips zur Zeitnahme einstecken. Weiter ging es zum nächsten Sender mit der Nummer 8.

Auf dem Weg zu Sender Nummer 8 interessierte sich der ältere von beiden für das lesen der Karte, ich erklärte ihm grundlegende Dinge über die Orientierung und das verwenden von Karten und ließ ihn den Weg zu Sender Nummer 8 suchen.

Mit dem peilen lief es nun auch schon deutlich besser. Man wusste nun wonach man Ausschau halten muss und brachte das akustische mit dem visuellen viel besser zusammen. Ruck zuck war die 8 gefunden.

Weiter ging es zu Sender Nummer 4, welcher auch souverän gefunden wurde.

Bei Sender Nummer 2 hatten die Kinder Schwierigkeiten den Sender auf 80m zu hören, auf 70cm war er sehr gut zu hören. Versuche meinerseits den Sender auf dem Empfängern der Kinder zu hören blieben erfolglos, wir gingen weiter zu unserem letzten Sender, dem Sender mit der Nummer 7. Die Luft war aus den Kindern so langsam raus, die kleinen Köpfe und Beine haben eine Menge geleistet. Wir machten uns auf den Weg zum Ziel.

Am Ziel angekommen brachten wir die Ausrüstung ins Auto und gingen zur Auswertung. Die Kinder haben etwas über drei Kilometer gelaufen, dafür gab es dann noch eine Portion Pommes.


Ausrüstung für das 70cm Band:
Handfunkgerät Icom IC-E90 in AM-RX mit Dämpfungsregler und HB9CV+5
Hier gibt es mehrere Webseiten die diese Antenne behandeln:
https://www.welt-der-alten-radios.de/anderes-peilantenne-2-391.html
https://www.qsl.net/dg1xpz/amateurfunk/5el_hb9cv.html
https://www.qsl.net/oh4jzj/hb9cv5.htm
Ausrüstung für das 80m Band:
Peilempfänger von DB7JD
Informationen über ARDF, Foxoring und Termine:
https://df7xu.de
https://peilsport.de
https://ardf.darc.de
https://www.darc.de/der-club/distrikte/l/referat-fuer-ardf-amateurfunk-peilen/
Alles was bei uns mit ARDF zu tun hat:
https://lima07.de/category/ardf/

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