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Mein 1:49 Super-Balun

Selbstgebaute, an Bauvorschlägen aus dem Internet orientierte 1:49 Balune haben bisher enttäuschend funktioniert. Dabei habe ich nicht blind einem guten SWR vertraut sondern nachgemssen…was geht rein, was kommt raus. Dann habe ich meinen 1:49 Super-Balun, man möge mir den Ausdruck verzeihen aber ich musste dem Kind einen Namen geben, nach einem völlig anderen Wickleprinzip gebaut, die Vorgehensweise und die Messwerte folgen in diesem Artikel.

Ich bin im Prinzip gegen jede Art von Balun. Nur hat man als Funkamateur oft keine andere Wahl um seine Antennenprobleme in den Griff zu bekommen. Über Jahre habe ich diverse Balune…1:4, 1:9 nachgebaut und sind auch bei mir im Einsatz. Ja…sie funktionieren, es wurden aber beim Bewickeln andere Techniken angewand wie allgemein üblich, erst dann war ich mit dem Ergebnis zufrieden. Oft arbeiten Balune unter Zuhilfenahme eines Antennenkopplers zufriedenstellend. Zum Thema Balune möchte ich dich einladen in anderen Artikeln zu diesem Thema zu stöbern, veröffentlich auf dieser Homepage von „L07“.

Wenn man von einem 1:49 Balun spricht meint man einen Balun der eine Eingangsimpedanz, vom Transceiver kommend, 50 Ohm hat und bei dem die optimale Antennen-Ausgangimpedanz 2450 Ohm ist, also 1×49 eben. Daraus darf man ableiten das man von diesem Balun eine Spannungsübersetzung von 1:7 erwarten darf und eine Stromübersetzung von 7:1 erwarten darf…unter optimalsten Voraussetzungen und bei Abschluss mit ohmschen Widerstand. Die angeschlossene Antenne wird einem diesen Wunsch nicht erfüllen! Bei einem Niederfrequenz-Trafo im 50 Hz-Netz darf man diese Eigenschaft erwarten. Ob sie auch im KW-Bereich, also HF, anwendbar ist konnte ich nirgendswo nachlesen, wäre aber für mich nur logisch. Denn die nach dem 1:7 Überstzungsverhältnis (1:49 Balun), hier meine ich das Windungs-Überstzungsverhältnis, gewickelten „Übertrager“ erfüllen nicht dieses Verhalten. Wie komme ich zu dieser Aussage? Ich habe alle meine selbstgebauten Übertrager, egal ob 1:1, 1:4 oder andere Wicklungsverhältnisse auf diese Eigenschaft nachgemessen. Dabei ist mir aufgefallen das der 1:1 Balun noch recht gut diese Eigenschaft erfüllt, 1Volt HF rein = 1V HF raus! Aber zu höheren Überstzungsverhältnissen hin, bleibt das Übertragungsverhalten auf der Strecke, die Verluste im Kern scheinen dafür verantwortlich zu sein. Meine Feststellung war das ein vernünftig funktionierender Balun (nach herkömmlicher Wickeltechnik) mit einem Widerstandsverhältnis von größer als 1:9 keinen Sinn mehr macht. Selbst hier war schon der Übertragungsverlust im Kern so groß das man besser zu einem Antennenkoppler ausweichen sollte als mit Baluns wie z.B. einem 1:9 oder erst gar nicht mit einem 1:49 arbeiten zu wollen. Zu den Messergebissen komme ich weiter unten in diesem Artikel. Ich möchte hier feststellen das das meine eigene Recherche ist, Fehler sind nicht ausgeschlossen. Soll aber bei dir das Interesse wecken doch einmal selber nach zu messen und nicht nur seinem VNA zu vertauen, denn ein gutes SWR macht auch eine Dummy-Load! …also weiter mit meinen Messungen. Umso mehr Übersetzungsverhältnis man auf den Ferritkern ( …immer Material 43) aufbringt um so mehr bricht die Ausgangsspannung zusammen, der Extremfall ist der 1:49 Balun bei dem keine höhere Spannung mehr rauskommt als man als Spannung einspeist. Diese Verhalten ist stark frequeuenzabhängig und wird zu höheren Frequenzen deutlich ausgeprägter. Das geht soweit das irgendwo zwischen 30 MHz -50 MHz sogar weniger Spannung an der Antenne zur Verfügung steht. Aber man merkt es nicht, das SWR gaukelt einem ein funktionierendes Antennensystem vor. Auch bilden sich je nach Kerndurchmesser Resonanzen aus, die auch schon ohne angeschlossene Last (Antenne, Widerstand etc.) deutlich unter 50 Ohm liegen kann, glücklich für den Anwender bei dem dieses Verhalten außerhalb der genutzten KW-Bänder liegt. Ich habe in der Praxis zig Versuche mit unterschiedlichen Kernmaterialien, Durchmesser, aufgebrachten Windungen, Drahtdurchmesser gemacht. Dabei bildete sich nach und nach eine Vorgehensweise heraus die immer mehr zum Erfolg führte. Die sind: Primär-und Sekundär-Wicklung so dicht wie möglich beieinander oder besser übereinander. Die Windungen gleichmäßig über den Kern zu verteilen bescherrt einem den schlechtesten Wirkunggrad mit geringster Ausgangsspannung und schlechtestem Frequenzgang. Dann kam mir eine Idee die ich noch nicht ausprobiert hatte. Warum nicht nach den vielen frustierenden Versuchen noch einen mit Kupferbandfolie anstatt mit Draht zu machen, wie man sie gerne als selbstklebend für EMV-Abschirmmaßnahmen nimmt. Diese Folie, primär und sekundär, übereinander auf den Kern gewickelt. Mein selbstklebendes 25 mm Kupferband war viel zu breit um es auf den 140er Kern aufzuwickeln. Also ersteinmal unten und oben ganzflächig mit Tesafilm gegen Berührung untereinander isoliert und dann der Länge nach auf ca. 12,5 mm Breite mit der Schere in zwei Hälften geschnitten. Vorher aber kurze Drahtstücke im Winkel von 90° Grad angelötet, denn die HF muss ja irgendwo rein in die Wicklung! Nach dem Wickeln wurde nachgemessen. Als Messgeräte stehen ein Noice-Source (Rausch-Generator 100 KHz – 1 GHz, China) Hameg HF-Signal-Generator, NF-Signal-Generator und ein Magnova-Oszilloskop (350 MHz mit FFT-Funktion) und das MetronVNA (wird nicht mehr hergestellt) zur Verfügung. Alle Generatoren führen zum gleichen Ergebnis. dabei war das Magnova-Ostilloskop die größte Hilfe, denn man konnte gleichzeitig die beiden Spannungen (vor und hinter dem Balun) und die daraus reultierenden FFT-Funktionen auf dem Bildschirm darstellen. Zusätzlich einblendbare Cursor ermöglichten ein gezieltes Ausmessen der dargestellten Kurven.

ca. 112cm langes Kupferband, oben und unten mit Tesa isoliert und ein 140er Kern sind die Grundlage für den 1:49 Balun, kurze rausgeführte Drähtchen als Anschluss anlöten nicht vergessen.
…der Balun war recht schnell gewickelt. 14 Wdg sek. werden als erstes aufgebracht, direkt darüber, mit „A“ beschriftete BNC-Buchse endet auf 2 Wdg. Primärwicklung, mit Tesefilm gegen Abwickeln fixiert. Die im Bild sichtbare BNC-Buchse „B“ ist ebenfalls mit 2 Wdg. Kupferband auf den Kern gewickelt und soll später anhand von den Messergebnissen darstellen wie drastisch der Unterschied zwischen diesen beiden Einspeisemöglichkeiten ist. Die rechts im Bild sichtbare Messauskopplung (gelbe Tastkopfmarkierung, wird auch im Oszillogramm als gelbe Kuve dargestellt) es kann somit schnell zwischen „A“ und „B“ umgeswitcht werden, um Vergleichsmessungen zu ermöglichen. An der Sekundärseite (links im Bild) ist ein 10 K-Poti angelötet und wird auf bestes SWR eingestellt. Die Einstellung war nicht wie erwartet bei 2450 Ohm sondern bei 2000 Ohm am optimalsten. Wird der Testaufbau allerdings an „B“ angeschlossen muss das Poti auf ca. 1150 Ohm eingestellt werden um optimales SWR zu erhalten. Da zeigt sich schon das es große Unterschiede bei der Plazierung der Spulen gibt.
Rauschgenerator an BNC-Buchse „A“…mit dem SWR kannman mehr als zufrieden sein.
…Versuchsaufbau „B“.
Signal-Einspeisung an Buchse „B“, kurz mit Poti auf bestes SWR eingestellt, durchaus OK! Aber die im nachfolgenden Spannungsmessungen mit dem Oszilloskop erzählen was ganz anderes!
Anschluss an „A“…auch in den oberen Bändern arbeitet der Balun ! Dieser Balun braucht keinen Kondensator am Eingang so wie man es unter Umständen von anderen Bauvorschlägen kennt. Versuche mit unterschiedlichen Werten brachten keine Verbesserung! In diesem Bild sekundär (Poti) ohne Tastspitze vom Oszilloskop…selbst die Tastspitze hat sichtbar Einfluss auf die Messung…aus eigener Erfahrung…man kann vieles falsch machen!

…gelbe Kurve eingespeistes Signal…blaue Kurve Ausgangssignal. In der unteren Bildhälfte…am Cursor kann man ablesen das es bei 7.3 MHz einen Pegel-Unterschied von ca. 14,9 dbm gibt. Bei 24 MHz ist er noch größer. In der oberen Bildhälfte sieht man die vom Oszi generierten Peak/Peak Spannungswerte, hier genau in der Bildmitte mit „T“ bezeichnet ist der Triggerpunkt…als kleine Unregelmäßigkeit im Rauschen zu erkennen. Dieser Balun geht bis 50 MHz. Ich habe alle Messungen am Balun und nicht an einem Unun gemacht also an einer Potentialtrennung zwischen primär und sekundär Wicklung. In der Praxis kann man sich dann überlegen die Masse von primär mit Sekundär zu verbinden. Beim Messen mit dem Oszi kam sekundär eine Masse über die Masse vom Tastkopf. Und bei diesem Kupferband-Balun spielt es sogar eine Rolle an welcher Seite von der Sekundärwicklung die Masse angeschlossen wird.
…gleicher Versuchsaufbau, aber gedrehte Masse an der Sekundärseite. Dadurch das die Wicklungen übereinanderliegen wirken sich Massen zwischen den Wicklungen entsprechend aus.
…Versuchsaufbau „B“, Einspeisung an der gegennüber liegenden Spule im Kern. Bei 7,3 MHz…zufriedenstellender Signalverlauf. Aber schon bei 17 MHz ist die Ausgangsspannung unterhalb der Eingangsspannung, das ist schlecht!
…gleicher Versuchsaufbau „B“,mit gedrehter Masse an der Sekundärseite, Unterschiede zum vorangegangenen Bild sind deutlich sichtbar, hier ist schon bei unter 15 MHz Schluss mit Lustig. Die gelbe Kurve in der unteren Bildhälfte ist der Spannugsverlauf an der Primärseite und sagt direkt etwas über den Impedanzverlauf bezogen auf den 50 Ohm-Generatorausgang aus. Interpretieren möchte ich das nicht weiter, dazu müsste ich einen 50 Ohm Widerstand anstelle des Balun anschließen und ich würde dann eine gerade gelbe Kurve bekommen.

Vielleicht kann ich euch ermutigen auch mal den eigenen Balun durchzumessen und nicht nur seinem VNA oder seinem SWR-Meter zu vertrauen. Entscheidend ist schließlich das was Hinten rauskommt. Die Praxis wird es dann zeigen!

Jürgen, DB7JD

Nachtrag am 9.09.2026

Ein Gespräch mit Stefan DO2STS brachte mich auf die Idee diese Messungen noch zu machen.

Wie verhält sich dieser 1:49 Balun, auf einem FT140-43 Kern, hinsichtlich Temperatur, SWR, Eingangs-Ausgangsspannung an einem KW-Transceiver Kenwood TS890S bei unterschiedlichen Frequenzen.

Alle Messungen wurden sorgfältig aber mit amateurmäßigen Mitteln gemacht und sind fehlerbehaftet. Z.B. hat die Messung der Ausgangsspannung mit Hilfe eines 1:10 Tastkopfes, zu höheren Frequenzen hin, einen sehr großen Einfluss auf das SWR. Deswegen wurde nur einmal kurz die Ausgangsspannung gemessen und dann der Tastkopf wieder entfernt. Die über den Tastkopf eingebrachte Erde hat wohl einiges zur Beeinflussung beigetragen. Ein Differenzial-Tastkopf hätte sich eventuell anders verhalten. Auch ist der Ausgangswiderstand für ein optimales SWR über den Frequenzbereich nicht konstant. Es wurde hier an einem ohmschen Widerstand und nicht an der Antenne getestet. Nicht alle verfügbaren Widerstände waren induktionsarm! Für jeden Frequenzbereich wurde mit Hilfe verfügbarer Lastwiderstände das optimalste SWR gesucht und dann erst die Messung gestartet. Deswegen kam es zu Fehlanpassungen von einigen wenigen Ohm. Es gibt sogar einen Unterschied in der Impedanz wenn man den Sender bei gleicher Frequenz an der Primärspule „A“ oder Spule „B“ anschließt, jedes Mal wurde versucht das SWR optimal anzupassen, gelang aber nicht immer. Zu höheren Frequenzen hin setzte der Balun Grenzen für ein vernünftiges SWR. Bei 21,4 MHz wurde dann aus Sicherheitsgründen der Test nur noch mit 5 Watt ausgeführt, das SWR wurde sehr schlecht und war mit Widerständen nicht mehr in den Griff zu bekommen …ich hatte Angst um mein Funkgerät, vielleicht war die Sorge auch unbegründet. Mit schlechtem SWR kurz zu senden ist wohl kein Problem, aber über 5 Minuten die Leistung abzufordern…wer weiß schon wie sich das auswirkt. Der im TS890S eingebaute Antennentuner wurde nicht benutzt, blieb also ausgeschaltet. Schade, an sich hätte mich schon mal interessiert wie sich das auf die Messungen auswirkt. Aber noch einmal von Vorne anzufangen…da habe ich einfach keinen Bock mehr drauf. Die Spannungsmessungen am Ein-und Ausgang vom Balun wurden mit dem Oszilloskop gemacht. Ich konnte es erst gar nicht glauben, dass bei einer Eingangsleistung von 10 Watt eine Ausgangsspannung von z.T. 240 Volt Peak/Peak oder mehr erreicht wurde. Der Versuchsaufbau gestaltete sich wie folgt: Funkgerät – DAIWA-Stehwellenmeßbrücke – Messauskopplung zum Oszilloskop – Balun – Abschlusswiderstand/Dummy. Das externe SWR-Messgerät zeigte abweichende Werte als das in meinem TS890S an, waren aber ähnlich. In der Tabelle findet man die Werte vom externen DAIWA SWR-Gerät. Die Temperatur wurde jeweils immer an der Einspeisung Spule „A“ oder „B“,direkt auf dem Kern  gemessen. Start-Temperatur war immer 30°C. Achtung die Temperatur-Messung mit 5 Watt bei 21,4 MHz zeigt natürlich andere Werte die man nicht zum Vergleich heranziehen darf.

…die 3 Last-Widerstände wurden ordentlich warm und wurden sicherheitshalber auf einen Streifen Alu geparkt.
…Temperaturverhalten bei unterschiedlichen Frequenzen…zu höheren Frequenzen lässt sich leicht feststellen das der Balun Grenzen hat, die Ausgangspannung ist dort merklich kleiner! Ob hier der Balun noch Sinn macht?

Jürgen DB7JD

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Mythos 1:49 Balun

Der selbstgebaute 1:49 Balun brachte nur schlechte bis ungenügende Ergebnisse. Meine Erfahrungen beschreibe ich in diesem Artikel.

1:49 Baluns funktionieren mit erheblich schlechterem Wirkungsgrad als man es von den 1:4 oder 1:9 Balun´s gewohnt ist. Immer wieder mal habe ich versucht einen funktionierenden 1:49 Balun zu bauen. Experimentiert wurde an unterschiedlichen Kernmaterialien, Wicklungsverhältnissen, Baugrößen…keines führte zum Erfolg. Was ich gemessen habe wird hier an einem FT114-43 Balun dokumentiert.

Eigene Erfahrungen über den Bau von 1:49 Baluns und Diskussionen anderer OM`s die ihre Antennenprobleme mit 1:49 Balun´s lösen wollten bewogen mich dazu diesen Beitrag zu verfassen.

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Bierdeckel-Balun

Einer meiner Lieblingsthemen sind Baluns. Immer wieder denke ich über neue Möglichkeiten nach. Eine gar nicht so schlecht funktionierende Variante ist der Bierdeckel-Balun. Ja…er funktioniert sogar richtig gut. In diesem Artikel werde ich auch Diagramme veröffentlichen was ich gemessen habe.

Was sich recht lustig anhört, hat einen ernsten Hintergrund. Bisher nimmt man immer nur einen Kern und versucht seine Wicklung darauf unter zu bringen. Ich könnte mir vorstellen die Wicklungen innerhalb von 8 Ringkernen nebeneinander verlaufen zu lassen. Aber wie 8 Kerne im Kreis anordnen…das ist schon eine sensible Konstruktion. Doppelseitiges Klebeband schied nach dem ersten Versuch aus. Also habe ich die kerne im Kreis auf einem Bierdeckel mit Heißkleber fixiert…das funktioniert prima. Aber das „Einziehen“ des Kupferdrahtes ist sehr mühsam und man kommt schnell mit dem Zählen der aufgebrachten Windungen durcheinander. Also warum nicht jede Windung mit einem Strich auf dem Deckel festhalten. Aber jetzt zum ernsten Hintergrund. Primär-und Sekundärwicklung liegen hier in enger Kopplung direkt nebeneinander, auch die Lage im Kern ist auf einen Punkt des Kerns konzentriert. Das sollte sich positiv auswirken. Über Laufzeiten im Kern selber hatte ich in anderen Artikel schon berichtet und Diagramme veröffentlicht, das möchte ich hier nicht wiederholen.

…das ist das gute Ding, hier schon im Messaufbau. Ausgang ist mit einem 470 Ohm Widerstand abgeschlossen. Am Eingang liegt ein Frequenzgenerator mit 50 Ohm Ausgangswiderstand und 200 pf Kondensator um ein besseres SWR zu bekommen, spielte aber bei den Messungen keine zu große Rolle. Ich meine als Kernmaterial habe ich FT50-43 genommen oder FT37-43. Prim 3 Wdg. Sek. 9 Wdg.
…ein FT114-43 1:9 dient als Vergleich für die Messung. Prim 3 Wdg. Sek. 9 Wdg.

Was habe ich gemessen? Grundsätzliches: Primär und Sekundär-Wicklung sind getrennt ausgeführt, also potentialgetrennt! In den beiden nachfolgenden Diagrammen sieht man bei gleichen Einstellungen vom Frequenzgenerator und Oszilloskop den Unterschied im Übertragungsverhalten.

…der Bierdeckel-Balun:…die rote kurve ist das Eingangssignal…die gelbe Kurve das Ausgangssignal bei einem Balun-Übersetzungsverhältnis von 1:9 (mit 470 Ohm abgeschlossen) was einem Spannungs-Übersetzungsverhältnis von 1:3 entsprechen sollte, das wird hier auch ganz gut eingehalten.
…der Standard-Balun 1:9, abgeschlossen mit einem 470 Ohm Widerstand unter gleichen Messbedingungen. Hier sieht man schon deutlich das das Spannungsübertragungsverhältnis keine 1:3 mehr ist. Die Abweichung bei der Eingangsspannung, rote Kurve, ergeben sich aus der unterschiedlichen Belastung des Frequenzgenerators.

Was noch zu erwähnen wäre: Beide Varianten lassen ab 28 MHz in der Übertragung nach, sind dann nicht mehr linear, der übertragene Pegel verhält sich dann nicht mehr 1 zu 3! Ich könnte mir vorstellen das ein 1:49 Balun mit dieser Herstellungsmethode deutlich bessere Eigenschaften zeigt. Die Herstellung ist aber was für nervenstarke Typen! Der Bierdeckelaufbau macht es aber möglich.

Vielen Dank, würde mich freuen wenn jemand den Mut hat so etwas nach zu bauen, aber es lohnt sich.

Jürgen DB7JD

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Der Balun noch einmal überdacht, eine andere Betrachtungsweise

Mit einer anderen Wickelmethode ist das Übertragungsverhalten eines Baluns zu verbessern, bisher aber nur eine Idee. Wie man sich einen vielseitigen Balun im Baukastenprinzip selber zusammenstellen kann, möchte ich gerne hier berichten.

…ich arbeite dran…Hobby macht Spaß!

Vorangegangen war der Bericht auf der Webseite von „Lima 07“: Der bessere Unun-Balun. Hier habe ich eine Wickelmethode beschrieben und messtechnisch erfasst, dass dieser Balun weniger Verluste hat und die Übertragungsbandbreite größer ist, der Frequenzbereich wurde mit dieser anderen Wickelmethode nach oben erheblich erweitert.

Darauf gab es einen weiteren Artikel auf dieser Webseite in dem ich Laufzeiten im Ferritkern messtechnisch erfasst habe: Hat der Balun Einfluss auf die Eingangsempfindlichkeit Teil II“

Aus diesen vorangegangenen Messungen folgerte ich das es zu Problemen kommt wenn man den Spulendraht beim Bewickeln nicht gleichmäßig über den Kern verteilt, sondern wie bei Baluns mit größerem Übersetzungsverhältnis schon mal gern gemacht wird, die Wicklungen nacheinander auf den Kern aufbringt. Das beste Ergebnis hinsichtlich der Laufzeiten im Kern ist wenn man die Spulen, wir betrachten Primär-und Sekundärwicklung, am besten übereinander oder ineinander aufbringt. Jetzt habe ich messtechnisch erfasst das wenn man z.B. vier parallelgeschaltete Wicklungen (je 7 Wdg.) nacheinander auf den Kern aufbringt (4 Primärwicklungen!) um dann nacheinander 2 Wicklungen bestehend aus 13-14 Wdg. nacheinander zwischen den bereits aufgebrachten 4 Wicklungen verteilt und auch diese beiden Wicklungen wieder parallelschaltet eine besonders gute Kopplung erreicht. Das folgende Bild soll das verdeutlichen:

Es entsteht eine sehr gute Magnetisierung mit wenig Laufzeiten und sehr guter Kopplung zwischen den Spulen. Allerdings hat diese Wickelmethode in der praktischen Anwendung seine Grenzen. Am besten funktioniert das bei einem Balun mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:4. Bei anderen Übersetzungsverhältnissen gibt es aber Schwierigkeiten beim optimalen Verteilen von Primär- und Sekundärkreis. Ich habe diesbezüglich aber keine Versuche unternommen. Mich haben die Versuchsaufbauten mit dem 1:4 Balun schon zeitlich sehr lange beschäftigt. Hier ist also jeder einzelne bei Bedarf mit Ideenreichtum gefragt. Aber ich habe vielleicht eine Lösung für diese Misere gefunden – mit einer anderen Wickelmethode und einem ganz anderen Ansatz. Alles ist bisher nur eine Idee, wird aber in Kürze praktisch getestet. Ich habe da einen „gestackten“ Balun (zusammensteckbar / stapelbar) im Sinn, der je nach Übersetzungsverhältnis zusammengesteckt wird. Es handelt sich immer um das gleiche Bauteil, welches je nach Übertragungsverhältnis immer weiter ineinander gesteckt wird. Die Frage die jeder hat, der vor der Wahl des richtigen Balun steht und sich unsicher ist welches Übertragungsverhältnis für die Langdrahtantenne genau das Richtige ist, könnte damit gelöst werden. Mit der hier im Weiteren beschriebenen Methode sollte man das Problem sehr elegant lösen können. Das nachfolgende Bild soll das verdeutlichen. Je nach Bedarf werden mehrere Baluns ineinander gesteckt.

Ich bin ein bisschen weitergekommen, habe 2 Testplatinen geätzt und mir ein Stecksystem ausgedacht welches auch gut funktioniert.

Auf den Testplatinen ist Platz für 4 Baluns. Je nach Bedarf werden 1-4 Positionen bestückt. Die nicht benötigten Stecker werden mit einer Kurzschlussbrücke überbrückt. Eingang vom Funkgerät kommend ist eine BNC-Buchse, der Ausgang endet auf 2 Flachstecker 6,3 mm wie sie im Automotiv-Bereich Verwendung finden. Im nachfolgenden Bild ist mein Testaufbau zu sehen. Hier wurden 2 Platinen gegeneinander geschaltet um so am Ausgang mit einem 50 Ohm Abschlusswiderstand arbeiten zu können, was dazwischen passiert ist irgendwas von 50 Ohm oder höher. Da aber bei der Messung immer 2 gleich bestückte Platinen gegeinander geschaltet sind sollte sich das bei den Messungen mit unterschiedlichen Übertragungsverhältnissen nicht negativ auswirken. Das habe ich auch schon bei anderen Messungen so gemacht und ist ausreichend genau. Den Abschluss mit irgendwelchen ohmschen Widerständen zu machen ist eher unsicher. Letztendlich bestimmt die angeschlossene Antenne die richtige Funktion und die kann voller Tücken sein. Deshalb auch meine Idee zu den gestackten Übertragern, durch diese sollte eine gute Anpassung gelingen!

Bei Reichelt habe ich mir ein Stecksystem bestellt was meinen Ansprüchen genügt mit dem ich ausreichend flexibel bin: Die Bauteile sind von MOLEX: MOLEX 39281103, MOLEX 39012100 + MOLEX 39000066, kosten zusammen ca. 16 €. Bei dem Bewickeln der Baluns habe ich gespart, was sich als Fehler rausstellte. Ich habe hier ein spartanische Wickelmethode realisiert: Jeder Balun besteht aus einer primär-und einer sekundär Wicklung mit je 7 Windungen. Die Wicklungen sind eng aneinander liegend auf engstem Raum auf einen FT114-43 Kern gewickelt. Ich erhoffte dadurch eine besonders gute Kopplung zwischen primär-und sekundär Kreis zu bekommen. Das ist aber nur zum Teil so. Erste Messungen haben ergeben das der gestackte Balun sehr gut funktioniert, der Balun ist aber nicht sehr breitbandig. Ich hätte die Wicklungen gleichmäßig über den Kern verteilen müssen bzw. meine Spezialwickelmethode anwenden sollen, wie in einem anderen Artikel beschrieben. Ich versuche das noch zu korrigieren, es werden noch weitere Experimente folgen. Das Bewickeln der Baluns mit 1,0 mm Draht hat keine 2 Stunden gedauert, danach taten mir aber die Finger weh, ein dünnerer Draht wäre für dieses Experiment sinnvoller gewesen…hatte ich aber nicht. Beim Nachbauen mit dem Steckersysetem von MOLEX sind einige Sachen zu beachten, die bestellten Hülsen von MOLEX sind an sich zum Verpressen gedacht wurden aber von mir nur angelötet. Das ist überhaupt kein Problem. Man muss aber die Hülsen in der richtigen Position anlöten weil sie sich nur in einer Richtung in den Stecker einführen lassen, einmal drin ist vorbei. Ohne passendes Ausdrückwerkzeug bekommt man die Dinger nicht mehr raus. Die nachfolgenden Bilder sollen das Problem verdeutlichen.

…in dieser Position krallen sich die Hülsen im Stecker fest.
…die Anschlussdrähte dürfen ruhig ein bisschen länger sein als wie sie auf dem Bild zu sehen sind. Die Hülsen tauchen sehr tief in den Stecker ein…da kann ein zu kurzer Draht zum Problem werden, bei mir ging es gerade so!

Die Messungen werde ich später nachlegen. Meine Erwartungen an dieser Art von Balun haben sich aber erfüllt und ich glaube/hoffe das noch großes Potential für Verbesserungen vorhanden ist…eine davon ist die Wickelmethode anpassen! Soviel hat sich aber bei den ersten einfachen Messungen mit dem Oszilloskop zwischen 10 MHz und 25 MHz gezeigt: ein fast linearer Frequenzgang mit fast keinen Verlusten und das bei einem Messaufbau von 2 in Reihe geschalteten Systemen. Unter 10 MHz und über 25 MHz nehmen die Verluste allerdings zu und sind als Pegelverlust im Oszillogramm direkt festzustellen.

1 Tag später…die Messungen liegen vor. Allerdings war ich mit der bewicklung der Kerne nicht ganz einverstanden…der nutzbare Frequenzbereich liess zu wünschen übrig. Also früh aufgestanden und alle 8 Kerne neu bewickelt. Jetzt wurden auf dem FT114-43 Kern 10 Windungen primaär und 10 Windungen sekundär aufgebracht. Wie sich bei den folgenden Messungen aber zeigte bin ich mal wieder über das Ziel hinausgeschossen. Der Frequenzbereich geht jetzt deutlich unter 500 kHz und bis über 40 Mhz. Mit 8 Windungen sollte dann der komplette Bereich auch bis 50 MHz funktionieren…aber das muss jetzt reichen, mir tuen die Finger weh vom Bewickeln. Und was sich noch herausgestellt hat ist das man eine möglichst gleichmässige Bewicklung aller Kerne anstreben sollte. Ich hatte bei den Messungen Frequenzeinbrüche und konnte mir keinen richtigen Reim darauf machen. Erst als ich jeden Balun einzeln auf das Übertragungsverhalten durchgemessen hatte war klar das sich ungleich bewickelte Kerne gegenseitig beeinflussen…jetzt aber zum Messaufbau:

…zwei komplett bestückte Stack-Baluns gegeneinander geschaltet. Von rechts nach links: die Einspeisung vom RF-Signalgenerator mit 0 dBm, Messauskopplung vor dem Balun, 1ter + 2ter Stack-Balun, Messauskopplung hinter den Baluns, nicht mehr sichtbar der 50 Ohm Abschlusswiderstand. Die Farbe der Tastköpfe entsprechen auch den Farben der einzelnen Kurven in der Darstellung auf dem Oszilloskop. In der Mitte ist eine Probe mit blauer Kennzeichnung angeklemmt, das ist die Sekundärwicklung des Baluns.
…2 x 10 Windungen nebeneinander, das ist der neugewickelte Balun mit dem die folgenden Messungen erzeugt wurden.
…hier sind nur 2 Baluns bestückt, nicht bestückte Plätze müssen mit einer Drahtbrücke überbrückt werden.
…oder auch nur eine bestückte Position. Die beiden weißen Verbindungdrähte sind dann in der Praxis die Primärseite. Hier noch potential getrennt…man kann aber problemlos auch eine Seite mit an Masse legen, dann ist das Teil unsymmetrisch, und die Antenne selber ist dann über das Koaxielkabel geerdet.
…das war die erste Messung des Übertragungsverhalten mit einem breitbandigen Rauschen aus einer Rauschquelle…da wusste ich aber noch nicht das ein Balun eine kalte Lötstelle hatte.
…das sieht schon besser aus!…Aufgenommen wurde die Kurve mit der PodePlot-Funktion des Magnova Oszilloskops. Eingestellt war: 1,0 MHz -60 MHz, 2Vpp. Mit diesen Einstellungen sind auch die folgenden Kurven entstanden. Die blaue Kurve zeigt immer das Phasenverhalten.
…Übertragungskurve mit 3 bestückten Baluns.
…Übertragungskurve mit 2 bestückten Baluns.
…und hier die Übertragungskurve mit einem bestückten Balun.
…Übertragungsverhalten bei 3,5 MHz, gelb = Eingang, rot = hinter den beiden Baluns, blau = Signal an der Primärseite – hier zwischen den beiden Baluns gemessen.
…Übertragungsverhalten bei 28,0 MHz.

Ergebnis: Dieser Balun funktioniert. Wie er sich in der Praxis bewährt muss sich aber erst noch zeigen. Alle Messungen sind nach bestem Gewissen und vorhandenem Wissen gemacht worden, Fehler sind deshalb nicht auszuschließen. Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.

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Hat der Balun Einfluss auf die Eingangsempfindlichkeit Teil II

…neben den in Teil I dargestellten Messungen wird hier die Frage beleuchtet: …verändert sich das Verhältnis der Verluste im Balun bei unterschiedlichem Pegel, bisher wurde nur bei -37dBm gemessen.

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Hat der Balun Einfluss auf die Eingangsempfindlichkeit eines Empfängers Teil I

Bisher betrachtete man den Balun nur immer beim Senden, aber wie wirkt er sich auf den Empfang aus und wie bestimmt die Größe des Ferritkerns die Eingangsempfindlichkeit.

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Der bessere Unun-Balun

Der Unun-Balun neu gedacht

Vorgeschichte: Vor wenigen Jahren hatte Hans-Peter DL9EAC und ich, Jürgen DB7JD, einen Artikel verfasst und an eine bekannte Fachzeitschrift mit der Bitte um Veröffentlichung geschickt.  Dort schien man kein Interesse daran zu haben. Trotz Nachfrage haben wir nichts mehr von der Zeitschrift gehört. So vergrault man Autoren!

Ich möchte das Thema aber noch einmal aufnehmen, weil ich inzwischen hochwertigeres Messequipment zur Verfügung habe. Die jetzigen Messungen bestätigen das bessere Übertragungsverhalten eines Baluns mit einer anderen Wickelmethode als bisher üblich. Ich fang noch einmal ganz von vorne an. Ein Balun besteht aus 2 Wicklungen,