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Bierdeckel-Balun

Einer meiner Lieblingsthemen sind Baluns. Immer wieder denke ich über neue Möglichkeiten nach. Eine gar nicht so schlecht funktionierende Variante ist der Bierdeckel-Balun. Ja…er funktioniert sogar richtig gut. In diesem Artikel werde ich auch Diagramme veröffentlichen was ich gemessen habe.

Was sich recht lustig anhört, hat einen ernsten Hintergrund. Bisher nimmt man immer nur einen Kern und versucht seine Wicklung darauf unter zu bringen. Ich könnte mir vorstellen die Wicklungen innerhalb von 8 Ringkernen nebeneinander verlaufen zu lassen. Aber wie 8 Kerne im Kreis anordnen…das ist schon eine sensible Konstruktion. Doppelseitiges Klebeband schied nach dem ersten Versuch aus. Also habe ich die kerne im Kreis auf einem Bierdeckel mit Heißkleber fixiert…das funktioniert prima. Aber das „Einziehen“ des Kupferdrahtes ist sehr mühsam und man kommt schnell mit dem Zählen der aufgebrachten Windungen durcheinander. Also warum nicht jede Windung mit einem Strich auf dem Deckel festhalten. Aber jetzt zum ernsten Hintergrund. Primär-und Sekundärwicklung liegen hier in enger Kopplung direkt nebeneinander, auch die Lage im Kern ist auf einen Punkt des Kerns konzentriert. Das sollte sich positiv auswirken. Über Laufzeiten im Kern selber hatte ich in anderen Artikel schon berichtet und Diagramme veröffentlicht, das möchte ich hier nicht wiederholen.

…das ist das gute Ding, hier schon im Messaufbau. Ausgang ist mit einem 470 Ohm Widerstand abgeschlossen. Am Eingang liegt ein Frequenzgenerator mit 50 Ohm Ausgangswiderstand und 200 pf Kondensator um ein besseres SWR zu bekommen, spielte aber bei den Messungen keine zu große Rolle. Ich meine als Kernmaterial habe ich FT50-43 genommen oder FT37-43. Prim 3 Wdg. Sek. 9 Wdg.
…ein FT114-43 1:9 dient als Vergleich für die Messung. Prim 3 Wdg. Sek. 9 Wdg.

Was habe ich gemessen? Grundsätzliches: Primär und Sekundär-Wicklung sind getrennt ausgeführt, also potentialgetrennt! In den beiden nachfolgenden Diagrammen sieht man bei gleichen Einstellungen vom Frequenzgenerator und Oszilloskop den Unterschied im Übertragungsverhalten.

…der Bierdeckel-Balun:…die rote kurve ist das Eingangssignal…die gelbe Kurve das Ausgangssignal bei einem Balun-Übersetzungsverhältnis von 1:9 (mit 470 Ohm abgeschlossen) was einem Spannungs-Übersetzungsverhältnis von 1:3 entsprechen sollte, das wird hier auch ganz gut eingehalten.
…der Standard-Balun 1:9, abgeschlossen mit einem 470 Ohm Widerstand unter gleichen Messbedingungen. Hier sieht man schon deutlich das das Spannungsübertragungsverhältnis keine 1:3 mehr ist. Die Abweichung bei der Eingangsspannung, rote Kurve, ergeben sich aus der unterschiedlichen Belastung des Frequenzgenerators.

Was noch zu erwähnen wäre: Beide Varianten lassen ab 28 MHz in der Übertragung nach, sind dann nicht mehr linear, der übertragene Pegel verhält sich dann nicht mehr 1 zu 3! Ich könnte mir vorstellen das ein 1:49 Balun mit dieser Herstellungsmethode deutlich bessere Eigenschaften zeigt. Die Herstellung ist aber was für nervenstarke Typen! Der Bierdeckelaufbau macht es aber möglich.

Vielen Dank, würde mich freuen wenn jemand den Mut hat so etwas nach zu bauen, aber es lohnt sich.

Jürgen DB7JD

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