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Meine Mikrofone im Shack – von DB7JD

Eine kleine Geschichte der Technik meiner Mikrofone im Shack, DB7JD.

Als ich vor einigen Jahren wieder mit dem Amateurfunk angefangen habe, da ist Ingo mein Schwiegersohn dran schuld, kam ziemlich schnell der Wunsch auf alle Funkgeräte von einem einzigen Mikrofon aus zu steuern. Alles kein Problem für einen „Bastler“, von wegen! Die erste Version ging in die Hose, das Gehäuse der aktuellen Version ist aber gleich geblieben. Die Elektronik musste aber noch einmal verändert werden. Es gab gegenseitige Beeinflussung der Elektronik beim Funken. Gesteuert wird hiermit ein Kenwood TS890S und ein Icom IC-9700. Ich hatte versucht unterschiedliche Masseführungen zu machen, hatte aber alles nichts geholfen. Nach vielen Bastel-Stunden kam der Entschluss, jetzt wird es neu und besser gemacht. Es sollte ja nicht nur ein schlichtes Mikrofon mit PTT-Taste sein, das Spielzeug sollte aber auch alle Möglichkeiten erfüllen die meine beiden Funkgeräte zur Verfügung stellten. Dazu gehören Direktwahltaster um z.B. die Frequenz in vorwählbaren Schritten rauf und runter zu schalten, Oft benötigte Menüs direkt aufzurufen, oder nur eine Sprachaufnahme abzuspielen, oder auf zu nehmen. Dazu habe ich zwei völlig getrennte Elektroniken in einm Gehäuse realisiert. Statt dem einen wurden nun 2 Mikrofone verbaut. Anfangs waren die beiden Electret-Kapseln in einem Standard-Gehäuse verbaut was auch in der Bühnentechnik Anwendung findet. Dazu musste der 3 polige XLR-Stecker gegen einen 5 poligen XLR-Stecker getauscht werden. Ja, das Teil funktioniert nun! Jetzt hat mein Shack-Mikro also 2 Electret-Kapseln und 1 normales Handmikrofon auf einem Schwanenhals. Ich habe dieKapsel umsteckbar gemacht. Die Konstruktion sieht schon ziemlich wüst aus.

Ja, alles funktioniert. Oben auf dem Gerät 2 PTT-Taster mit Led-Kontrolle. Jeweils 6 Direktmenü-Taster. Hinter dem Schwanenhals 2 Pegelregler für die beiden Mikrofone und einem Umschalter mit welchem man die Mikrofone auf eine Hör-Sprechgarnitur umschalten kann. Auch die Originalmikrofone kann man ohne weitere Maßnahmen an die Front anschließen und damit Betrieb machen. Die Rückseite ist pickepackevoll mit Anschlüssen. Zwei Anschlüsse zu den beiden Funkgeräten. Zwein Anschlüsse von den Kpfhöreranschlüssen der beiden Funkgeräte. Zwei Anschlüsse für Fußtaster. Eine externe Stromversorgung gibt es nicht, das Gerät versorgt sich selber aus dem vom Funkgeräte zur Verfügung gestellten Spannung. Der Strom darf nur wenige Milliampere betragen reicht aber für diese Anwendung völlig aus. Die PTT-Taster haben ein Besonderheit. Bei kurzem Antippen wird auf „Hold“ geschaltet, erst ein neues tasten schaltet wieder zurück, das hat sich als sehr nützlich erwiesen, das sollte auch bei kommerziellen Geräten immer so sein. Bei den Fußtastern musste ich diese Möglichkeit abschalten. Wie schnell ist man mal kurz an die „Treter“ gekommen und gar nicht mitbekommen das das Gerät auf Sendung geht, wie peinlich! Auf dem 2. Bild sieht man aber 2 gleiche Gehäuse übereinander. Das ist dann doch noch eine Erweiterung die erst vor kurzem realisiert habe. Ich hatte das Bedürfnis mal wieder was zu Basteln und wollte ein Hochwertiges Mikrofon anschließen. Yaesu M1 war mein Kandidat. Ich konnte nirgends nachlesen ob je mal ein OM dieses Mikro an Kenwood oder Icom Geräten angeschlossen hat. Damit stand fest das muss ausprobiert werden, auch auf die Gefahr hin das ich viel Geld für einen dann doch nutzlosen Gegenstand ausgebe. Aber es hat funktioniert. Aber aufpassen, Icom verwendet Electret-Kapseln und stellt dafür eine 5 Volt BIAS Spannung zur Verfügung. Kenwood stellt für die Elektronik im Mikrofon 8 Volt zur Verfügung. Außerdem hat Electret eine höhere Ausgangsspannung. Alles das musste berücksichtigt werden. In diesem neuen Teil habe ich dann auch zum ersten Mal mit 1:1 Übertragern gearbeitet die es bei eBay recht günstig in 10er Stückzahlen zu kaufen gibt. Ein Umschalter wurde eingebaut mit dem man zwischen den „Funken“ wählen kann. Auch eine kleine 3,5mm Klinke mit Pegelregler wurde vorgesehen um ein zusätzliches Audiosignal einzuspeisen. Funktioniert aber noch nicht zufriedenstellend, ist viel zu leise, da muss ich noch einmal ran. Alle Mikrofone funktionieren auch gleichzeitig. Eine Beeinflussung der beiden Funkgeräte untereinander wurde bisher nicht festgestellt.

Ja das M1 klingt anders, ich würde sagen unspektakulär. Hatte ich das erwartet? Wie klingen die anderen Handmikes, das eine Originale HM-219 von Icom, das andere Originale MC-43S von Kenwood…da muss wieder der Bastler ran.

Es wurde eine kleines Gerät mit drei  8 poligen Mike-Buchsen für Yaesu, Kenwood und Icom gebaut alle 3 über Potis im Gerät regelbar und auf einen Kopfhörerausgang geschaltet. So kann man direkt den Sound vergleichen. Die Unterschiede sind gewaltig. Entweder man hört sich selber über den Kopfhörer oder man hält die Mikrofone abwechselnd vor einer Geräuschquelle. Als zusätzliches Gimmick wurde eine Anzeige der PTT-Taste vorgesehen. Somit kann man mal schnell mal  ein Mike testen, Geil!! Ja das wäre es dann wenn nicht der Bastler in mir gesprochen hätte: „Was wäre denn nun wenn man herkömmliche Studiomikrofone an Funkgeräten anschließen würde. Hat das schon einmal jemand gemacht, gibt es im Internet Erfahrungsberichte darüber!“…nee nichts nach einer kurzen Recherche zu finden. Also ran. Das Projekt High-End Vorverstärker war geboren. Was muss das teil können: Alle erdenklichen Studiomikrofone sollten bedient werden, also dynamische und solche mit Phantomspeisung. Die Ausgangspegel sollten derer der einzelnen Funkgeräte entsprechen. Auch eine genseitige Beeinflussung sollte ausgeschlossen werden. Dazu gehört eine völlig islolierte Stromversorgung über kleine DC/DC Wandler die unter anderen bei Reichelt zu kaufen gibt, kosten gar nicht mal so viel. Ja die Dinger funktionieren…aber nicht so wie ich mir das vorgestellt habe, sie stellen keine Stabilisierte Spannung zur Verfügung. Man muss schon ein stabile Spannung zur Verfügung stellen und zusätzlichen Aufwand für Siebung und Pufferung machen sonst rauschen die Dinger. Aber das habe ich in den Griff bekommen. Eine Herausforderung war die 48 Volt Phantomspannung die aus 12 Volt generiert werden mussten. Der Baustein MC33063 ist ein Aufwärts-Abwärtswandler mit bis zu 40 Volt Betriebsspannung. Statt der 48 Volt habe ich mich dann doch nur für 45 Volt Phantomspeisung entschieden. In einschlägigen Fachbeiträgen ist eh die Phantomspeisung nicht genau definiert und sollte zwischen 24 – 48 Volt liegen.  Der Baustein macht also die 45 Volt problemlos mit, 70 Volt verträgt er nicht, habe ich ausprobiert, Grins! Auch habe ich wieder meine  1:1 Übertrager mit Erfolg eingesetzt. Jeweils eine PTT-Taste für meine beiden

Funkgeräte wurde direkt mit vorgesehen, vielleicht funktioniert das Gerätchen ja so gut das es direkt bei mir zum ständigen Einsatz kommt. Es wurde eine Led-Peakanzeige realisiert, einen Gain-Regler und ein Subfilter. Die Mikrofon-Schaltung wurde von einem renommierten Hersteller von hochwertigsten Mischpulten ausgeliehen. Am Ausgang befindet sich zur Zeit nur eine 8-polige Buchse die mit einem 1:1 Kabel mit dem Funkgerät verbunden wird. Intern kann man auf die unterschiedlichen Belegungen umstecken. 4 Schrauben lösen und eine der drei 8-poligen Stiftlesten wählen. Reichelt hat für diesen Zweck recht gute Mikrofonkabel mit bis zu 8 wirklich einzeln abgeschirmten Adern plus Schirm im Angebot. 5 Meter ML 808-5 kosten 15,95 €, sehr flexibel. Der High-End Vorverstärker funktioniert für sich, Test am Funkgerät steht noch aus.

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