…der Nachweis von Störstrahlungen auf Niederspannungsleitungen ist gar nicht so aufwendig, eine LISN macht das möglich…Spectrum Analyzer vorausgesetzt.
…mit einer sogenannten LISN (Line Impedance Stabilization Network) schafft man die Voraussetzungen einer normkonformen Messmöglichkeit von leitungsgebundenen Hochfrequenzstörungen im DC Bereich von 150 KHz bis 108 MHz,…ein Spectrum-Analyzer wird vorausgesetzt. Für den Funkamateur sehr interessant weil hier oft noch der Selbstbau von Zubehör zum Teil im großen Umfang praktiziert wird. Seit einiger Zeit nehmen die Störungen auf den genehmigten Frequenzen für Funkamateure immer weiter zu. Vernünftiges Funken wird für den einen oder anderen zum Abenteuer. Das man aber selber zu diesem Zustand beiträgt kommt einem eher nicht in den Sinn. Wie viele Step-Down bzw. Step-Up Wandler aus China habe ich schon verbaut – ich weiß es nicht mehr. Und diese Teile haben es in sich, das musste ich jetzt feststellen! Seitdem ich einen Spectrum Analyzer habe hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit solche Funkstörungen ordentlich nachzuweisen. In einem anderen Artikel hier auf der Homepage von „L07“ hatte ich eine Netznachbildung für Messungen auf der Netzleitung/230 Volt beschrieben. Nun geht es aber um Störungen die im Niederspannungsbereich auftreten. Die Industrie hat hier die nötigen Grundlagen einer konformen Messauskopplung mit entsprechenden Normen geschaffen. Mit nur wenigen Bauteilen ist man dabei!



…der Aufbau wird freitragend ausgeführt, eine zusätzliche Hohlleiterbuchse J1 war meine Idee weil viele meiner selbst genutzten Geräte diesen Anschluss haben. Alle anderen Anschlüsse werden auf Bananenbuchsen 4mm abgeschlossen. Ich hatte ein Alu-Gehäuse genommen, was aber die Messmöglichkeiten einschränkt. Denn hier ist die BNC-Messauskopplung mit dem Gehäuse, also mit Masse verbunden. Jetzt gibt es aber sehr häufig auch symmetrische Stromversorgungen, da liegt dann auch schon mal „Plus“ an Masse. Will man hier messen kann man zwar die Masse an + anschließen, dann passt das aber nicht mehr mit der Masse vom Spektrum Analyzer zusammen. Klingt gar nicht so logisch…man sollte sich hierzu Unterlagen im Netz über den richtigen/konformen Messaufbau anschauen, denn hier liegen die Messauskopplungen auf einer gemeinsamen Kupferunterlage und die Massen der beiden LISN müssen aber auch direkt mit dieser verbunden werden…und dann kracht es! Also besser die Messauskopplung in einem Kunststoffgehäuse verbauen, oder noch besser die Messauskopplung direkt symmetrisch aufbauen. Alles bekommt man auch so im Handel zu kaufen. Dort werden noch weiter Möglichkeiten der Messung beschrieben was aber eher Spezialfälle betrifft. Was habe ich festgestellt? Alle meine China-Produkte sind eine Katastrophe, selbst professionelle Geräte mit CE-Zeichen (aus einem Krankenwagen 112) strahlen was das Zeug hält! Der Leerlauf ist oft gerade noch so in Ordnung, aber bei der kleinsten Last schon werden die Grenzwerte überschritten. Ich habe mal mit meinem KW-Transceiver gelauscht (die Antenne ist 6 Meter entfernt)…es waren aber keine Beeinflussungen im empfangenen Signal fest zu stellen…Gott sei Dank! Ein selbstgebauter Wandler von 12 Volt auf 13,8 Volt 10 Ampere (zum Betrieb meiner Kühlbox im Auto…die wollte nicht immer anspringen), hat die Prüfung gerade noch bestanden…hatte das Teil aber mit ausreichend Siebung, zusätzlichen keramischen Kondensatoren und Ferriten in der Zu- und Ableitung und einem Alu-Gehäuse zur Kühlung ausgestattet. Alles Pi mal Daumen!






Resümee: Ja, es war ein teurer Weg bis hier her. Neben dem Bastelspaß habe ich wichtige Erfahrungen sammeln können. Bei den nächsten Basteleien werde ich besonderen Augenmerk auf diese Problematik legen und dies bei der Schaltungsauslegung berücksichtigen um mich dann beruhigt zurücklehnen zu können. Danke für eure Aufmerksamkeit!
Jürgen DB7JD