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Aktuelles - Relais Technik & Projekte

Leitungsschutzschalter mit bis zu 1000 fach schnellere Trennung

SENTRON ECPD ist die neue Variante von Schutzschaltgeräten von Siemens. Vielleicht was um sein Shack optimal ab zu sichern! Hier handelt es sich um einen Sicherungsautomaten der gegen einen herkömmlichen ausgetauscht werden kann.

Für genaue Daten bitte das Netz befragen, aber die Daten sind höchst interessant: Fehler werden elektronisch abgeschaltet und nach Bedarf auch meschanisch getrennt; Auslösen bei Fehlerstrom; selbstständige Wiedereinschalt-Versuche (Anzahl einstellbar), komplett über WLAN kontrollierbar, -verriegelbar, Verbrauchsstrom wird per WLAN gemessen und dient zur Überwachung bei Problemen bei unregelmäßiger Auslösung. Kann auch per WLAN wieder eingeschaltet werden. Einschaltverzögerung bei hohen Einschaltströmen einstellbar. Kann gegen Bedienung von nicht kundigem Personal gesperrt werden. Ich habe mir im Netz mal eine Vorführung angeguckt die war sehr beeindruckend: hier wurde die Stromversorgung direkt hinter dieser Sicherung kurzgeschlossen, man erwatet jetzt das die Funken fliegen…Nichts! Erreicht die Sicherung den eingestellten Strom schaltet sie extrem schnell ab, das führt auch nicht zu Spannungseinbrüchen auf den anderen Leitungen/Sicherungen die an der gleichen Phase liegen. Der Strom der kurzfristig bei einer Standard-Sicherung im Kurzschlussfall fließt kann mehrere hundert Ampere groß sein. Aber der Preis hat es in sich! …gibt es z.B. auch bei Reichelt.

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Komfortable Steuerung einer Tarheel Screwdriver-Antenne

Die Standard-Tarheel Antenne wird nur mit Sicherungshalter und Umschalter für Hoch-Runter ausgeliefert. Hier wird beschrieben wie man eine passende Digitalanzeige für die Antennen-Position realisiert. Sollte auch für Screwdriver-Antennen anderer Hersteller funktionieren.

Die Standard-Tarheel Antenne wird nur mit einem Sicherungshalter und einem Umschalter für Hoch-Runter ausgeliefert. Die Einstellung geschieht durch Beobachten des besten SWR-Verhältnisses am Funkgerät. Es gibt inzwischen sehr komfortable Bediengeräte anderer Hersteller. Bei mir kam der Wunsch auf: „…das mache ich selber!“

Die Tarheel Antenne wird mit einem 4-poligen Stecker geliefert. Nur 2 Adern steuern den Gleichstrommotor an, diese beiden Adern werden nur im Normalfall gebraucht. Durch Umpolen der Betriebsspannung wird die Antenne abgestimmt. Wofür sind die beiden anderen Adern?…einfach mal nachmessen. Hier muss es wohl einen internen Reedschalter geben (die Antenne wurde nie geöffnet), an den beiden zusätzlichen Adern standen potentialfreie Impulse beim Betrieb zur Verfügung. Im Internet (China) wurde ein Hoch-Runter-Zähler mit Digitalanzeige bestellt. Das Teil hat sogar den Vorteil dass der Zähler seinen Speicheinhalt bei Stromausfall behält, hier gibt es keinen Akku.  Der Zähler zeigt also immer nach erneuter Inbetriebnahme die aktuelle Position der Antenne an. Jetzt kann sich allerdings durch öfteres Hoch-und Runterfahren der Zählerstand doch geringfügig verändern. Ich habe einen automatischen Reset realisiert der bei der unteren Antennen-Position (Zähler sollte hier „0000“ anzeigen) gesetzt wird. Ich messe dazu den Strom, der spontan ansteigt wenn der Motor gegen den Anschlag fährt (nur ein Transistor). Der Zähler wird also nach Wunsch immer neu gesetzt. Gleichzeitig habe ich auch ein akustisches Signal mit integriert wenn die Antenne oben oder unten ist, also wenn der Motor gegen einen Anschlag fährt und einen größeren Strom aufnimmt. Denn je nachdem wie weit die Antenne von dem Bedienteil entfernt ist fehlt jede visuelle oder akustische Kontrolle. Jetzt muss man nur noch dem Hoch-Runter Zähler mitteilen in welche Richtung er zählen soll. Das ganze wurde dann im nach hinein noch mit einer Funkfernsteuerung (China) erweitert, ich habe es eben gerne komfortabel. Mit einer einmal erstellten Liste kann man ziemlich zielsicher das entsprechende Band ansteuern.

…das Bedienteil befindet sich das ganze Jahr draußen im Pavillion, der linke Schalter ist der Ein-Aus-Schalter; der rechte Schalter/Taster hat eine Mittelstellung zum Steuern von Hoch-Runter. Links oben erkennt man die kleine Stummelantenne
…meine Tarheel ist das ganze Jahr am Pavillion montiert, der Ferritring auf der Stromversorgungsleitung ist zwingend notwendig und unterdrückt Funkstörungen vom Motor.
…auch eine Halterung fürs Auto habe ich gebaut (war noch nie im Einsatz), drei kräftige Magnete sorgen für den Halt. Die obere Klemme kommt aus dem professionellen Bühnenbereich und dient in der Regel zur Montage von Scheinwerfern und ist hochbelastbar.
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Farbmarkierungen an keramischen Kondensatoren

Keramische Kondensatoren haben neben den farblichen Ringen, die über den Wert Auskunft geben, auch oftmals noch am Kopf einen Farbklecks der Auskunft über dasTemperaturverhalten gibt.

Was bedeuten die Farbklekse auf den Kondensatoren, bei einigen sind sie vorhanden, bei anderen nicht?

…Lila, orange, schwarz oder keine Markierung sagen was über den Temperaturkoeffizienten aus

Keramikkondensatoren haben z.T. diese farblichen Markierungen, oder auch nicht, sie sagen was über den Temperaturkoeffizienten aus. Das Thema ist sehr umfangreich und ich verweise auf das Internet: Suchbegriff:  Kennzeichnung des Temperaturverhaltens bei Kondensatoren

DB7JD

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Was nur wenige über Kondensatoren wissen:

Elektrolytkondensatoren müssen richtig herum eingebaut werden, bei Folienkondensatoren kann das aber auch eine große Rolle spielen.

Das Elekrolytkondensatoren richtig rum eingebaut werden müssen weiß jeder. Dazu haben sie passende Markierungen am Gehäuse. Aber das man bei Folienkondensatoren auch auf den richtigen Einbau achten musst wird von vielen nicht beachtet. Viele Folienkondensatoren haben einen Balken auf dem Gehäuse neben dem Schriftbild. Das ist keine Laune des Herstellers. Die Markierung verweist auf den äußeren Metallwickel. Die beiden folgenden Bilder sollen den Unterschied verdeutlichen. Man kann leicht mit jedem Oszilloskop den Einfluss nachprüfen. Je nach Kontaktierung mit dem Tastkopf kommt es zu Brummeinstreuungen am Kondensator. Sollte der Kondensator in Oszillatoren eingesetzt werden ist es wichtig auf den richtigen Einbau zu achten. Wer hat es nicht schon erlebt das der Oszillator sehr berührungsempfindlich ist, das könnte daran liegen. Ich habe einige Kondensatoren daraufhin getestet, viele Kondensatoren über 10nf zeigen keinen Unterschied bei Berührung bzw. der Unterschied ist nur sehr gering, aber Kondensatoren im pf Bereich reagieren sehr empfindlich auf Berührung. Die nachfolgenden Bilder sollen das verdeutlichen:

…hier liegt die Masse vom Tastkopf an der Markierung
…hier liegt das „heiße“ Ende vom Tastkopf an der Markierung
Varianten aus meiner Bastelkiste

Jürgen Krüger, DB7JD

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40m-80m-160m Verlängerungsspule

Hier wird der Selbstbau einer motorgetriebenen VL-Spule zur Frequenzerweiterung einer 5,6 Meter Teleskopantenne beschrieben.

Diese Verlängerungsspule hat eine etwas längere Vorgeschichte. Als erstes hatte ich mir eine Verlängerungsspule für eine JPC-12 Antenne gebaut. Bei der JPC-12 handelt es sich um einen Vertikalstrahler für 40m – 6m. Die Antenne funktioniert sehr gut. Ich wollte die Antenne aber noch gerne auf dem 80m + 160m Band betreiben. Eine Verlängerungsspule sollte das möglich machen. Also besorgte ich mir ein passendes Kunststoffrohr aus dem Internet. Es gibt das als Vollmaterial oder mit Bohrungen unterschiedlicher Durchmesser. Da die Verlängerungsspule auch die JPC-12 aufnehmen sollte wurde ein Kunststoffrohr mit entsprechendem Innenloch für die Aufnahme eines amerikanischen 3/8“ Feingewinde bestellt. Die Innenbohrung wurde bewusst kleiner gewählt. Das Feingewinde wurde dann später unter erhitzen im Rohr eingepresst. Das funktioniert sehr gut und ist richtig stabil. Zum Erhitzen hatte ich einen Gasbrenner genommen. Ich wurde ungeduldig als ich versuchte die Langmutter mit der Heißluftpistole zu erhitzen, das dauerte mir zu lange, und nahm dann den Gasbrenner. In wenigen Sekunden war das Gewinde im Rohr verankert. Es empfiehlt sich dringendst eine lange Schraube als Führungshilfe zu nehmen, denn die heiße Mutter will überall hin nur nicht in die genaue Mitte vom Rohr. Man könnte aber auch direkt die Teleskopantenne als Führung nehmen aber da wusste ich nicht wie die mit der Hitze zurechtkommt. Als Antennenan-schluss wurde unten eine PL-259 Buchse angebaut. Das verwendete Kunststoffrohr lässt sich hervorragend mit der Feile bearbeiten. Auch vier Befestigungslöcher für 3mm Blechschrauben waren ruck zuck gebohrt. Jetzt wurde der Schirm von der Buchse noch mit dem unteren Gewinde verbunden. Dazu muss die untere Gewindebuchse schon vor dem Eindrücken unter Hitze, entsprechend vorbereitet werden. Ich habe 0,75mm“ Installationslitze an die Buchse an geeigneter Stelle angelötet. Auch hier sollte man besser mit offener Flamme löten mein Lötkolben schaffte das nicht. Auch an der oberen Gewindeschraube, der Verlängerungsspule, muss ein Draht angelötet werden. Dieser wird, ebenso der Draht von der PL-2509 Buchse, nach außen auf den Hohlkörper geführt und dort an Lötösen angelötet. Jetzt kann man alle Arten von Spulen aufwickeln. Dazu sollte man den Abstand zwischen den Lötösen nicht zu kurz ausfallen lassen. Ich wickelte Anfangs eine Spule mit reichlich Windungen auf und habe die richtige Länge durch Ausprobieren ermittelt. Dazu wurde eine bisschen Lack vom verwendeten Kupferlackdraht abgekratzt und eine kleine Lötverbindung hergestellt. Nach wenigen Versuchen hatte ich die richtigen Werte für die 80m + 160 Meter ermittelt. Zur Auswahl wurde ein kleiner Umschalter zwischen den Anzapfungen platziert. Jetzt musste aber immer noch für eine genaue Abstimmung die Teleskopantenne in ihrer Länge verändert werden. Das war problematisch, denn jede Annäherung an die Antenne bewirkte auch eine Verstimmung. Eine „Fernabstimmung“ musste her. Die Spule über Schleifer mit Motorsteuerung abzugreifen war für mich nicht realisierbar, hier fehlte es mir an der Präzision der Ausführung. Aber was sich später als Glücksgriff herausgestellt hatte kam mir in den Sinn: …warum konnte man die Spule nicht auch durch einen Ferritkern abstimmen. Im Netz war darüber nichts zu finden, aber ein Versuch macht klug. An einem Faden wurden mehrere Ferritringe aufgefädelt und im inneren eingeführt. Bei der ersten Version der Spule hatte ich oben im Rohrrand eine 4mm-Gewindestange senkrecht befestigt an der man Millimetergenau die Eintauchtiefe der Kerne einstellen konnte. Das funktionierte auf Abhieb. Man musste aber immer noch zum Einstellen sich der Antenne nähern und die verstimmte sich dadurch. Eine Motorsteuerung musste her! Ein Versuch mit einer Poti/Motor Kombination wie man sie in HiFi-Verstärker verwendete funktionierte nicht, der Motor war zu schwach. Dabei hatte ich mit vorgestellt das man mit dem Poti eine Rückmeldung an ein Anzeigeinstrument über die eingestellte Position melden konnte. Ein anderer Motor musste her… und schon wieder hatte ich einen zu schwachen Motor bestellt. Jetzt wurde ein Motor mit Getriebe bestellt, natürlich in China, der passte. Der Motor wurde an der Spule befestigt und an die Achse ein Hebel befestigt. Die Länge des Hebels entsprach der Eintauchtiefe der Ferritkerne. Jetzt musste nur noch ein zweipoliger Umschalter her um den Motor umpolen zu können. Meine Antenne war endlich fernsteuerbar, aber eben nur auf den beiden unteren Bändern. Also etwas Zeit vergehen lassen, Energie sammeln und jetzt wird eine „richtige“ Steuerung gebaut. In einem kleinen Kästchen wurde eine Funksteuerung eingebaut, natürlich aus China. Stromversorgung intern mit 5 Volt über eine externe zugeführte Spannung von 12 Volt realisiert. Ein-Aus Schalter, Zwei Tasten für manuelles Abstimmen, hoch…runter…fertig. Nachträglich wurden auf der Rückseite noch kräftige Neodym-Magnete angeklebt. Damit konnte ich das Bedienteil an dem Standard-Lautsprecherstativ, auf dem die Antenne befestigt war, einfach ranklicken. Aber wie schalte ich die beiden Spulen um, das sollte dann auch ferngesteuert möglich sein. Die mechanische Lösung war letztendlich einfach. Ein an dem Spulenkörper befestigter Mikroschalter wurde bei jeder Drehung des Motorhebels kurz betätigt. Die Elektronik sollte aber stromsparend sein. Mein Wunsch war bistabile Relais zu nehmen, dann reduzierte sich die Stromaufnahme nur auf den eigentlichen Schaltprozess. Es musste also bei jedem Betätigen des Mikroschalter die Relais der beiden Spulen nacheinander eingeschaltet und wieder abgeschaltet werden. Warum nicht dann die Verlängerungsspule auch auf das 40m-Band erweitern. Also wurde die Elektronik für die 3 Bänder ausgelegt. 4 Relais sind dazu nötig. Eines für jedes Band und eines was die komplette Spule überbrückt. Auch die Spule musste neu gewickelt werden, die nötigen Anzapfungen wurden experimentell ermittelt, das war etwas mühsam. Ein CMOS- Zähler für die Ansteuerung der Relais war eine schnelle Lösung für die Realisierung. Außerdem mussten bei jedem Zählfortschritt die 4 Relais zurückgesetzt werden und das eine für das entsprechende Band gesetzt werden. Das Rücksetzen ist zwingend erforderlich weil nach einem Stromausfall die Positionen der einzelnen Relais nicht mehr bekannt sind. Die Elektronik hat keinen Speicher. Auch wenn man erst am nächsten Tag weiterfunken will verweilen die Relais in ihrer gesetzten Position. Zwanzig Millisekunden zum Setzen bzw. Löschen sind mehr als ausreichend. Die C-Mos Logik verbraucht so gut wie kein Strom. …im nach hinein wurden noch 3 Led-Zeilen bestehen aus je drei Led´s in Reihe neben den 3 Spule platziert. Jetzt hat man aus großer Entfernung eine Kontrolle über die geschalteten Bänder. Die Leds sind immer an durch sie fließt aber kein wirklich nennenswerter Strom. Ein tagelanger Betrieb ist mit einer 12 Volt-Powerbank möglich. Der verwendete Binärzähler nimmt nach dem Einschalten eine unbekannte Position ein. Ein schaltungsmäßiger Reset wäre einfach zu realisieren aber es müssen dann auch immer die 4 Relais resetet werden. Das habe ich mir gespart. Beim nächsten Einschalten wird per Hand der Mikroschalter so lange betätigt bis die Led´s das gewünschte Band anzeigen. Jetzt muss man nur den Motor vor-oder zurückfahren lassen um zwischen den Bändern zu wechseln bzw. bei der Fahrt eine Feinabstimmung im entsprechenden Band zu machen. Das funktioniert richtig gut und zügig, hierzu braucht man nur die SWR-Anzeige am  Funkgerät beobachten. Bei meiner Tarheel  dauert der Wechsel von einem Band zum anderen schon mal 60-120 Sekunden oder auch länger. Mit dieser Konstruktion geschieht das in wenigen Sekunden, man erreicht immer recht genau ein optimales SWR ohne über das Ziel hinauszuschießen! Außerdem ist der Empfang mit der Tarheel in den unteren Bändern erheblich schlechter als meine Konstruktion mit der 5,6 Meter langen Teleskopantenne. Da mag aber auch der kürzere Strahler der Tarheel dran schuld sein. Die JPC-12 liefert aber ähnliche Ergebnisse bei deutlich schlechterer Bedienung. Hier muss die Einstellung an einer Spule mit einem von Hand verschiebbaren Schleifer erfolgen. Die Stellung am Schleifer ist Standort abhängig aber grob voreinstellbar. Die Feineinstellung ist aber eher mühsam weil jede Annäherung an die Antenne auch eine Verstimmung verursacht. Ein Umstand soll nicht verschwiegen werden, die komplette Antenne ist nicht mehr so klein transportierbar und eignet sich eher für den Campingplatz oder der Ferienwohnung. Im Rucksack bekommt man die Antenne nicht mehr mit. Ich benutze sie im eigenen Garten am Haus zum „Spielen“. Letztendlich war es ein gelungener Bastelspaß.

POM Hohlstab Ø 40x10mm schwarz 40/20Länge wählbar, oder andere Maße gibt es im Netz.

…hier taucht das Seil in den Spulenkörper ein, das muss vor der Montage der Einpreßmutter geschehen, die zusätzlichen Löcher die auf dem Bild zu sehen sind waren Versuche mit dem Bohrer leicht schräg zur Mitte vom Spulenkörper zu bohren
Stromlaufplan

Jürgen Krüger, DB7JD

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Der bessere Unun-Balun

Der Unun-Balun neu gedacht

Vorgeschichte: Vor wenigen Jahren hatte Hans-Peter DL9EAC und ich, Jürgen DB7JD, einen Artikel verfasst und an eine bekannte Fachzeitschrift mit der Bitte um Veröffentlichung geschickt.  Dort schien man kein Interesse daran zu haben. Trotz Nachfrage haben wir nichts mehr von der Zeitschrift gehört. So vergrault man Autoren!

Ich möchte das Thema aber noch einmal aufnehmen, weil ich inzwischen hochwertigeres Messequipment zur Verfügung habe. Die jetzigen Messungen bestätigen das bessere Übertragungsverhalten eines Baluns mit einer anderen Wickelmethode als bisher üblich. Ich fang noch einmal ganz von vorne an. Ein Balun besteht aus 2 Wicklungen, die Anzahl der Windungen zueinander bestimmt das Übersetzungsverhältnis. Üblicherweise werden die beiden Wicklungen ineinander gleichmäßig über dem Ferritkern verteilt. Meine Idee ist…um eine bessere Kopplung zwischen Primär und Sekundär-Wicklung zu erreichen die Primärwicklungen und Sekundärwicklungen mehrfach auszuführen und dann parallel zu schalten, um den Kern enger zu bewickeln um dadurch eine bessere Kopplung zu erreichen. Nachfolgende Bilder sollen das Wickelschema verdeutlichen.

Die Primärwicklungen werden nacheinander auf den Kern gewickelt und dann parallel geschaltet. Das gleiche wird mit der Sekundärwicklung gemacht, so liegt immer eine Windung der Primärwicklung neben der Sekundärwicklung. Diese Ausführung erfordert allerding höheren Aufwand bei der Herstellung. Wenn man sich vorstellt dass dieses Bauteil nur einmal hergestellt werden muss um dann in den nächsten Jahren hervorragend seinen Dienst zu erfüllen lohnt sich der Aufwand immer.

Was habe ich gemessen, wie habe ich gemessen? Das ist gar nicht so einfach einen vernünftigen Messaufbau zu errichten weil Ein-und Ausgang vom Balun unterschiedliche Impedanzen haben. Ich entschloss mich zwei gleiche Balun`s gegeneinander zu schalten, so hat der Eingang von dem einen Balun und der Ausgang vom zweiten Balun immer die gleiche Impedanz, was dazwischen liegt interressiert nicht weiter, vorausgesetzt die Übertrager sind annähernd gleich gewickelt. Ich habe um einen schnellen Messaufbau zu ermöglichen dazu kleine Testplatinchen angefertigt. Insgesamt 3 Varianten. FT114-43 Standardwickelschema, FT114-43 nach meiner Wickeltechnik und zum Vergleich das Kernmaterial 27 (etwas schwierig zu bekommen) FT114-27 nach meiner Wickeltechnik.

Schematic

dazu die passende Platine

…jeweils mit unterschiedlichen Kernen und Wicklungsarten um einen schnellen Vergleich zu ermöglichen. Die Led´s sollten im Betrieb die visuelle Funktion unterstützen wurde aber nie richtig getestet. Das funktioniert auch erst bei etwas höherem Input. Die Leds sind mit einem Jumper abschaltbar. Außerdem gibt es einen weiteren Jumper der die Masse vom Primärkreis mit dem Sekundärkreis Verbindet bzw. trennt. Dieser Übertrager verhindert bei galvanischer Trennung (Jumper 3 geöffnet) Mantelströme auf dem Antennenkabel.

Zum Messen stand das neue Magnova Oszilloskop mit eingebautem BodePlotter zur Verfügung. Außerdem habe ich die Frequenzgangmessungen mit einem selbstgebauten Rauschgenerator wiederholt.

Das ist der Messaufbau, hier noch mit einem BNC Durchgangsstecker als Prüfling

Erklärung der Bauteile von links nach rechts: Abschlusswiderstand 50 Ω, Messauskopplung hinter dem Prüfling, Prüfling, Messauskopplung vor dem Prüfling und das Kabel vom BodePlotter bzw.- Rauschgenerator.

Diese 3 Platinen /Varianten wurden durchgemessen.

An den Farben der folgenden Messkurven kann man auf das getestete Objekt schließen: Unun FT114-43 mit Standardwickeltechnik „ROT“                                 Balun FT114-43 mit optimierter Wickeltechnik „BLAU“                              Balun FT114-27 mit optimierter Wickeltechnik „GRÜN“

Übertragungsverhalten Unun FT114-43 mit Normalwickelmethode
Übertragungsverhalten Balun FT114-27 mit Spezialwickelmethode
Übertragungsverhalten Balun FT114-43 mit Spezialwickelmethode

…wenn man sich die Kurven genau der 0 dB Linie anschaut erkennt man das die blaue Kurve den günstigsten Verlauf hat.

…die drei Kurven im direkten Vergleich

…die Resonanzstelle bei 24 MHz kann ich nicht erklären, bei den nachfolgenden Messungen mit Rauschgenerator ist sie nicht vorhanden. Alle drei Kurven und die nachfolgenden wurden unter den absolut gleichen Bedingungen durchgeführt. Ob hierbei die verwendeten Messkabel eine Rolle spielen kann ich nicht sagen oder mir das Orzilloskop einen Streich gespielt hat ist unbekannt oder ob der Messaufbau selber das Problem darstellt weiß ich nicht. Die Idee zur Untersuchung des Messaufbaus kam mir erst später, da wollte ich aber die Messungen nicht mehr wiederholen. Die Kabel spielen aber auf jeden Fall eine Rolle. Ein kurze Messung von unterschiedlichen Kabeln vom Rauschgenerator zum Testobjekt bestätigen das: am Testobjekt kommen mit einem Standard-RG58U Kabel, 2 Meter lang 188,5 mV an. Mit einem Standard RG58U Kabel, 1 Meter lang wurden 202,5 mV gemessen, 205 mV waren es mit einem 1,3 Meter langem Hyperflex 5-Kabel und 208,0 mV mit einem 1,0 Meter langen CLF200-Kabel.                In den nachfolgenden Messkurven wird nur die FFT Funktion der Übertrager dargestellt, die Bode-Plotter Funktion vom Oszi funktioniert bei einer externen Signalquelle nicht.

Unun FT114-43 Normalwickelmethode
Balun FT114-43 mit Spezialwickelmethode

Die Unterschiede sind gering aber immer zum Vorteil für die neue Wickelmethode. Die Diagramme kann man sich besser anschauen wenn sie in übergroßer Darstellung am PC ausgewählt werden. Als Ausdruck auf DIN A4 sind sie weniger aufschlussreich. Hiermit soll das Interesse angestoßen werden um selber mal Ideen einfließen zu lassen und um zu experimentieren. Der Vorteil dieser Wickelmethode liegt auf der Hand: Besseres Übertragungsverhalten beim Senden und beim Empfangen, zu höheren Frequenzen wird der Unterschied größer, insgesamt breiterer Frequenzbereich bis problemlos ins 2 Meter-Band, weniger Erwärmung vom Kern beim Senden, galvanische Trennung.

Im Anschluss wurde noch untersucht ob sich die unterschiedlichen Eigenschaften auch auf die Erwärmung der Kerne im Betrieb mit höherer Leistung auswirken, das Ergebnis ist schon interessant. Die Messungen wurden am Kenwood TS890S durchgeführt. Es wurde eine Leistung von 50 Watt in FM-Mode eingestellt. Hier wurde dann die Erwärmung der beiden Kerne (auf der Platine sind ja immer 2 Kerne gegeneinander geschaltet) gemessen. Abschlusswiderstand, muss wohl nicht erwähnt werden ist 50Ω. Die Raumtemperatur betrug 19,8 °C gemessen mit Fluke Multimeter 179 und zugehörigen Temperatursensor. Der Temperatursensor ist sehr kleiner Bauart und übernimmt sehr schnell die Temperatur vom Messobjekt. Auf jedem Ferritkern wurde ein Tropfen Wärmeleitpaste aufgebracht, der einen sicher Kontakt zwischen Messobjekt und Sensor sicherstellen soll.

Kern + TypDauerFrequenzTemp. 1ster KernTemp. 2ter KernStromaufn.TS890SKommentar
FT43 Unun5 Min.24,95 MHz43,5°C38,0°C10,1A; 13,8 Vgut
FT43 Balun5 Min.24,95 MHz47,0°C44,5°C9,7A; 13,8Vist ok
FT27 Balun5 Min.24,95 MHz58,0°C83,5°C10,4A;13,8Vna ja

Jürgen Krüger, DB7JD

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DB7JD: Automatische Antennentrennung bei Gewitter

Schon länger hatte ich mir Gedanken gemacht wie man das Problem angehen könnte bei Gewitter mehrere Antennen komfortabel zu trennen.

Veröffentliche Schaltungsvorschläge und Trennung mittels Koaxialrelais entsprachen nicht meinen Vorstellungen. Bisher wurden die Antennen an ihren Verbindungen zum Funkgerät getrennt. Das war aber immer mit etwas Aufwand verbunden. Es mussten immer 3 Antennen getrennt werden. Beim wieder anschließen musste man auf die richtigen Antennen am richtigen Gerät achten. Außerdem befinden sich die Anschlüsse immer an schlecht zugänglichen Stellen. Beim wiederanschließen  musste man auf die richtigen Antennen an den richtigen Funkgeräten achten. Außerdem habe ich immer erst daran gedacht als es schon Gewitterzeit war. Diesmal wollte ich vorbereitet sein. Ich entschied mich für eine Trennung mittels Linearführung mit Motor.

Die Linearführungen sind heute recht günstig zu bekommen. Ich habe mir ein Set bestehend aus Linearführung, Motor, und Steuerung direkt in China bestellt. Nach wenigen Wochen kam die Lieferung mit Hermes an. Ich dachte zuerst, dass ich eine fehlerhafte Lieferung bekommen hätte, weil die Schrittmotosteuerung nicht dabei war. Aber nach genauem Hinschauen habe ich einen Stepper Motor mit integrierter Steuerung bekommen das scheint neu zu sein. Das macht den Verdrahtungsaufwand geringer und ich konnte sicher sein das die Steuerung optimal zum Motor passt.

Am Motor selber gibt es nun eine kleine Reihe Dip-Schalter an denen man diverse Einstellungen vornehmen kann.

Ich habe die DIP-Einstellungen so gelassen wie der Motor voreingestellt war. Der Motor braucht vier Signalwege bzw. Steuerkanäle. Zu einem eine Stromversorgung von 24 -55 Volt. Die maximale Stromaufnahme ist mit 4 Ampere angegeben. Die Stromaufnahme hängt von der Drehgeschwindigkeit und Belastung ab. Bei mir habe ich nachgemessen und sind gerade mal im Schnitt 150 mA. Ich habe ein 24 Volt Schaltnetzteil mit 4,5 Ampere vorgesehen und werde es noch mal ändern. Denn wie sich herausstellte stört das Netzteil den Gewitterwarner von ELV GW1. Desweiteren benötigt man einen PUL-Signalweg zum Einstellen der Schrittgeschwindigkeit. Der Motor erwartet ein 5Volt bis 20 Volt Rechtecksignal an seinem potentialfreien Eingang mittels Optokoppler. Die Frequenz bestimmt die Vorschubgeschwindigkeit.  Ein weiterer Eingang bestimmt die Drehrichtung. An einem Dip-Schalter kann die Drehrichtung umgekehrt werden, CW bzw. CCW. Und dann gibt es noch einen Enable Eingang. Eine Beschaltung ist nicht zwingend notwendig, wenn man aber während des Betriebs den Motor anhalten will kann es eine nützliche Funktion sein. Der Motor erwartet zum Betrieb kein Signal am Enable-Eingang. Nur wenn man den Motor in einer beliebigen Position anhalten will ist hier eine Spannung von 5 Volt oder höher an zu legen. Der Alarmausgang wird nicht benötigt, mir ist bisher unklar wann es überhaupt zu einem Alarm kommt.

Ich habe einen viel zu überdimensionierten  Motor bestellt. Da mir noch keine Erfahrungen mit Steppermotoren vorliegen wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe diese Variante bestellt. Auf dem Schlitten stehen sich Antennenseite und Geräteseite gegenüber.

Auf der  Antennenseite sind auf einem stabilen Alu-Winkel, mit 5 Millimeter Materialstärke, fünf Überspannungsschutzableiter vorgesehen. Auch bei geöffnetem Antennenschalter zünden sie bei zu hoher Spannung auf dem Innenleiter.  Ich benötige nur 3 habe aber 5 für spätere Erweiterungen vorgesehen. Achtung die Überspannungsableiter sollte man nicht bei HF-Leistungen über 200 Watt einsetzen. Eventuell sind dann die Zündpatronen aus dem Ableiter zu entfernen. Auf der Geräteseite stehen sich 5 Push-On-Verbinder den Überspannungsableitern gegenüber. Hochwertige Push-On-Verbinder in N oder PL259 bekommt man bei Bonito Hamradioshop. Günstige bekommt man auf Handelsplattformen, man muss aber ein bisschen suchen. Ich habe mich für die Hochwertigen entschieden. Die Push-On-Verbinder stellen die Verbindung zum Standard N oder PL259 Stecker nur durch Aufschiebenher. Wie sicher sich diese Stecker in der Praxis verhalten muss sich dann zeigen.

Auf der Antennenseite ist noch eine Erde zur Potentialausgleichsschiene vorgesehen und auch erforderlich. Auf der Geräteseite ist der Winkel mit den Push-On-Verbindern isoliert montiert worden. Dazu wurde ein 5 Millimeter dickes Plexiglasstück und 3mm Kunststoffschrauben verwendet. Denn neben der eigentlichen Trennung vom Antenneninnenleiter sollte auch der Schirm getrennt werden. Meine Absicht war das auf keinem Fall Ausgleichsströme über die Masse zu den Funkgeräten fließt. Alle handelsüblichen Koaxialrelais trennen nur den Innenleiter und das auch nur für nicht allzu hohe Spannungen.  Jetzt muss noch Elektronik her die bei Gewitter eine automatische Trennung bewirkt. Der von ELV angebotene Gewitterwarner „GW1“  ist ein solches nettes kleines Gerätchen zum überschaubaren Preis. Schon seit Jahren habe ich so ein Gerät und beobachte bei Gewitter die Alarmmeldungen. Das funktioniert recht zuverlässig. Das Gerät hat entsprechende Ausgänge um bei Gewitter Meldungen über so genannte Open-Kollektor Ausgänge Schaltvorgänge auszulösen. Die selbst zu bauende Steuerelektronik muss einige Aufgaben erfüllen. Dadurch dass die Steuerung ganzjährig eingeschaltet bleiben soll, ist auf geringe Energieaufnahme besonders zu achten. Ein kleines Hilfsnetzteil soll den abgesetzten ELV-GW1 Gewitterwarner und die Steuerelektronik mit Strom versorgen. Ein 2,4 VA Trafo ist dafür ausreichend bemessen. Die Elektronik muss bei Gewittermeldung das Netzteil für den Schrittmotor einschalten. Das Netzteil, je nach Motor 24-50 Volt/ 5 Ampere, bleibt während der Gewittermeldung  in Betrieb und hat nur bei Motorfahrt eine nennenswerte Stromaufnahme. Dann muss der Steuerbefehl zum Auftrennen der Antennenverbindungen gegeben werden.  Desweiteren muss den Funkgeräten mitgeteilt werden dass sie nicht mehr zu senden haben oder man sollte sie komplett ausschalten. Dafür habe ich zwei potentialfreie Relais-Umschalte-Kontakte endend auf 3,5mm Klinken-Stereosteckern vorgesehen und einen 230Volt Ausgang mit dem man die Funkgeräte kompromisslos abschalten kann. Der Empfangmodus ist während des Gewitters ist nicht weiter tragisch aber ein Senden ohne Antenne ist recht problematisch. Ich hatte mir zwar Gedanken um eine künstliche 50Ω Last gemacht, aber da weiß ich noch nicht wie ich das realisieren soll. Ideen sind da, aber erst einmal muss der Antennenschalter  funktionieren dann ergibt sich eventuell eine Lösung. Also die beste Lösung ist das Senden durch eine Schaltmaßnahme zu unterbinden. Der Steuerung muss auch mitgeteilt werden ob der Schlitten der Linearführung seine Endpositionen erreicht hat und entsprechend den Motor abschalten bzw. die Fahrtrichtung umkehren. Außerdem sollte die Möglichkeit bestehen die Antennentrennung manuell zu schalten um in jeder Position den Schlitten anhalten zu können. Für die Realisierung der Schaltung habe ich mich  für herkömmliche Elektronik entschieden, also mit vielen einzelnen Bauteilen und alter CMOS-Technik. Ich hatte aber auch eine Schaltungsrealisierung mit einem Arduino Nano R3 in Planung. Ob ich das dann noch umsetze wenn die eine Schaltung funktioniert bleibt ab zu warten. Es sind aber auch trotz Arduino-Steuerung etliche zusätzliche Bauteile notwendig. Netzteil, Optokoppler, Relais, Anschlussstecker, Buchsen. Als Stecker sollten trennbare/steckbare Varianten gewählt werden die auch untereinander nicht zu Verwechslungen führen können. Es sind folgende externe Anschlüsse vorgesehen: Netzanschluss 230 Volt AC, 230 Volt AC Anschluss für das Schrittmotornetzteil, 230 Volt AC Ausgang zum Anschluss der Funkgeräte, Alarmeingang (Gewitterwarnung) vom ELV GW1, Stromversorgungsbuchse für ELV GW1, Steuerausgang zum Steuergerät vom Schrittmotor,  Anschlüsse für die beiden Endschalter, 2 x 3,5mm Klinkenstecker für potentialfreie Schaltvorgänge. Die Elektronik ist inzwischen fertig und funktioniert. Die Platine ist 10 x 10 Zentimeter groß. Ich konnte nur einseitige Platinen herstellen und musste einige Drahtbrücken auf der Oberseite vorsehen um alles kompakt unter zu bringen. Was sich jetzt im Betrieb herausgestellt hat ist das das Schaltnetzteil den Gewitterwarner GW1 stört. Es sind noch Versuche nötig ob man durch ausreichenden Abstand zum Steuergerät oder ein anderes Netzteil das Problem lösen kann.

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Meine Mikrofone im Shack – von DB7JD

Eine kleine Geschichte der Technik meiner Mikrofone im Shack, DB7JD.

Als ich vor einigen Jahren wieder mit dem Amateurfunk angefangen habe, da ist Ingo mein Schwiegersohn dran schuld, kam ziemlich schnell der Wunsch auf alle Funkgeräte von einem einzigen Mikrofon aus zu steuern. Alles kein Problem für einen „Bastler“, von wegen! Die erste Version ging in die Hose, das Gehäuse der aktuellen Version ist aber gleich geblieben. Die Elektronik musste aber noch einmal verändert werden. Es gab gegenseitige Beeinflussung der Elektronik beim Funken. Gesteuert wird hiermit ein Kenwood TS890S und ein Icom IC-9700. Ich hatte versucht unterschiedliche Masseführungen zu machen, hatte aber alles nichts geholfen. Nach vielen Bastel-Stunden kam der Entschluss, jetzt wird es neu und besser gemacht. Es sollte ja nicht nur ein schlichtes Mikrofon mit PTT-Taste sein, das Spielzeug sollte aber auch alle Möglichkeiten erfüllen die meine beiden Funkgeräte zur Verfügung stellten. Dazu gehören Direktwahltaster um z.B. die Frequenz in vorwählbaren Schritten rauf und runter zu schalten, Oft benötigte Menüs direkt aufzurufen, oder nur eine Sprachaufnahme abzuspielen, oder auf zu nehmen. Dazu habe ich zwei völlig getrennte Elektroniken in einm Gehäuse realisiert. Statt dem einen wurden nun 2 Mikrofone verbaut. Anfangs waren die beiden Electret-Kapseln in einem Standard-Gehäuse verbaut was auch in der Bühnentechnik Anwendung findet. Dazu musste der 3 polige XLR-Stecker gegen einen 5 poligen XLR-Stecker getauscht werden. Ja, das Teil funktioniert nun! Jetzt hat mein Shack-Mikro also 2 Electret-Kapseln und 1 normales Handmikrofon auf einem Schwanenhals. Ich habe dieKapsel umsteckbar gemacht. Die Konstruktion sieht schon ziemlich wüst aus.

Ja, alles funktioniert. Oben auf dem Gerät 2 PTT-Taster mit Led-Kontrolle. Jeweils 6 Direktmenü-Taster. Hinter dem Schwanenhals 2 Pegelregler für die beiden Mikrofone und einem Umschalter mit welchem man die Mikrofone auf eine Hör-Sprechgarnitur umschalten kann. Auch die Originalmikrofone kann man ohne weitere Maßnahmen an die Front anschließen und damit Betrieb machen. Die Rückseite ist pickepackevoll mit Anschlüssen. Zwei Anschlüsse zu den beiden Funkgeräten. Zwein Anschlüsse von den Kpfhöreranschlüssen der beiden Funkgeräte. Zwei Anschlüsse für Fußtaster. Eine externe Stromversorgung gibt es nicht, das Gerät versorgt sich selber aus dem vom Funkgeräte zur Verfügung gestellten Spannung. Der Strom darf nur wenige Milliampere betragen reicht aber für diese Anwendung völlig aus. Die PTT-Taster haben ein Besonderheit. Bei kurzem Antippen wird auf „Hold“ geschaltet, erst ein neues tasten schaltet wieder zurück, das hat sich als sehr nützlich erwiesen, das sollte auch bei kommerziellen Geräten immer so sein. Bei den Fußtastern musste ich diese Möglichkeit abschalten. Wie schnell ist man mal kurz an die „Treter“ gekommen und gar nicht mitbekommen das das Gerät auf Sendung geht, wie peinlich! Auf dem 2. Bild sieht man aber 2 gleiche Gehäuse übereinander. Das ist dann doch noch eine Erweiterung die erst vor kurzem realisiert habe. Ich hatte das Bedürfnis mal wieder was zu Basteln und wollte ein Hochwertiges Mikrofon anschließen. Yaesu M1 war mein Kandidat. Ich konnte nirgends nachlesen ob je mal ein OM dieses Mikro an Kenwood oder Icom Geräten angeschlossen hat. Damit stand fest das muss ausprobiert werden, auch auf die Gefahr hin das ich viel Geld für einen dann doch nutzlosen Gegenstand ausgebe. Aber es hat funktioniert. Aber aufpassen, Icom verwendet Electret-Kapseln und stellt dafür eine 5 Volt BIAS Spannung zur Verfügung. Kenwood stellt für die Elektronik im Mikrofon 8 Volt zur Verfügung. Außerdem hat Electret eine höhere Ausgangsspannung. Alles das musste berücksichtigt werden. In diesem neuen Teil habe ich dann auch zum ersten Mal mit 1:1 Übertragern gearbeitet die es bei eBay recht günstig in 10er Stückzahlen zu kaufen gibt. Ein Umschalter wurde eingebaut mit dem man zwischen den „Funken“ wählen kann. Auch eine kleine 3,5mm Klinke mit Pegelregler wurde vorgesehen um ein zusätzliches Audiosignal einzuspeisen. Funktioniert aber noch nicht zufriedenstellend, ist viel zu leise, da muss ich noch einmal ran. Alle Mikrofone funktionieren auch gleichzeitig. Eine Beeinflussung der beiden Funkgeräte untereinander wurde bisher nicht festgestellt.

Ja das M1 klingt anders, ich würde sagen unspektakulär. Hatte ich das erwartet? Wie klingen die anderen Handmikes, das eine Originale HM-219 von Icom, das andere Originale MC-43S von Kenwood…da muss wieder der Bastler ran.

Es wurde eine kleines Gerät mit drei  8 poligen Mike-Buchsen für Yaesu, Kenwood und Icom gebaut alle 3 über Potis im Gerät regelbar und auf einen Kopfhörerausgang geschaltet. So kann man direkt den Sound vergleichen. Die Unterschiede sind gewaltig. Entweder man hört sich selber über den Kopfhörer oder man hält die Mikrofone abwechselnd vor einer Geräuschquelle. Als zusätzliches Gimmick wurde eine Anzeige der PTT-Taste vorgesehen. Somit kann man mal schnell mal  ein Mike testen, Geil!! Ja das wäre es dann wenn nicht der Bastler in mir gesprochen hätte: „Was wäre denn nun wenn man herkömmliche Studiomikrofone an Funkgeräten anschließen würde. Hat das schon einmal jemand gemacht, gibt es im Internet Erfahrungsberichte darüber!“…nee nichts nach einer kurzen Recherche zu finden. Also ran. Das Projekt High-End Vorverstärker war geboren. Was muss das teil können: Alle erdenklichen Studiomikrofone sollten bedient werden, also dynamische und solche mit Phantomspeisung. Die Ausgangspegel sollten derer der einzelnen Funkgeräte entsprechen. Auch eine genseitige Beeinflussung sollte ausgeschlossen werden. Dazu gehört eine völlig islolierte Stromversorgung über kleine DC/DC Wandler die unter anderen bei Reichelt zu kaufen gibt, kosten gar nicht mal so viel. Ja die Dinger funktionieren…aber nicht so wie ich mir das vorgestellt habe, sie stellen keine Stabilisierte Spannung zur Verfügung. Man muss schon ein stabile Spannung zur Verfügung stellen und zusätzlichen Aufwand für Siebung und Pufferung machen sonst rauschen die Dinger. Aber das habe ich in den Griff bekommen. Eine Herausforderung war die 48 Volt Phantomspannung die aus 12 Volt generiert werden mussten. Der Baustein MC33063 ist ein Aufwärts-Abwärtswandler mit bis zu 40 Volt Betriebsspannung. Statt der 48 Volt habe ich mich dann doch nur für 45 Volt Phantomspeisung entschieden. In einschlägigen Fachbeiträgen ist eh die Phantomspeisung nicht genau definiert und sollte zwischen 24 – 48 Volt liegen.  Der Baustein macht also die 45 Volt problemlos mit, 70 Volt verträgt er nicht, habe ich ausprobiert, Grins! Auch habe ich wieder meine  1:1 Übertrager mit Erfolg eingesetzt. Jeweils eine PTT-Taste für meine beiden

Funkgeräte wurde direkt mit vorgesehen, vielleicht funktioniert das Gerätchen ja so gut das es direkt bei mir zum ständigen Einsatz kommt. Es wurde eine Led-Peakanzeige realisiert, einen Gain-Regler und ein Subfilter. Die Mikrofon-Schaltung wurde von einem renommierten Hersteller von hochwertigsten Mischpulten ausgeliehen. Am Ausgang befindet sich zur Zeit nur eine 8-polige Buchse die mit einem 1:1 Kabel mit dem Funkgerät verbunden wird. Intern kann man auf die unterschiedlichen Belegungen umstecken. 4 Schrauben lösen und eine der drei 8-poligen Stiftlesten wählen. Reichelt hat für diesen Zweck recht gute Mikrofonkabel mit bis zu 8 wirklich einzeln abgeschirmten Adern plus Schirm im Angebot. 5 Meter ML 808-5 kosten 15,95 €, sehr flexibel. Der High-End Vorverstärker funktioniert für sich, Test am Funkgerät steht noch aus.

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Refernzmikrofon Yaesu M1 an Geräten anderer Hersteller betreiben – von DB7JD

Stolz habe ich mir das M1 von Yaesu zugelegt und möchte es wahlweise an Kenwood und Icom Geräten betreiben. Allerdings ohne zusätzliche Elektronik geht es nicht. Icom verwendet für den IC-9700 ein Electret Mikrofon welches über das Anschlusskabel mit 8 Volt versorgt wird. Yaesu und Kenwood verwenden für das Hand-Mikrofone dynamische Kapseln mit geringerer Ausgangsspannung als es von einer Electret-Kapsel geliefert wird. Das Yaesu M1 besitzt für seine beiden Kapseln je einen Gain-Regler, der aber doch in seinen Einstellmöglichkeiten eher eine zu geringe Ausgangsspannung zur Verfügung stellt um direkt das Icom-Gerät mit „Electret-Eingang“ zu betreiben. In meinem Fall möchte ich das Mike gleichzeitig an beiden Funkgeräten betreiben, also parallel ohne Umstecken zu müssen. Gegenseitige Beeinflussung muss ausgeschlossen werden. Dazu habe ich eine bewährte Schaltung mit Trenn-Übertrager 1:1 entworfen. Die Übertrager werden z.T. 10 Stückweise bei ebay günstig angeboten und sind für diesen Zweck hervorragend geeignet. Auch mit der geräteeigenen PTT vom M1 sollten beide Funkgeräte wahlweise betrieben werden können. Dazu wurde eine potential getrennte Umschaltmöglichkeit mittels Optokoppler realisiert. Alles sehr übersichtlich und nur mit geringem Aufwand. Da das Yaesu M1 mit 5Volt von einem „USB-Netzteil“ betrieben wird, wird diese Stromversorgung auch gleichzeitig zur Versorgung der zusätzlichen Elektronik benutzt. Der zusätzliche Strombedarf ist sehr gering und belastet das Yaesu M1 Netzteil so gut wie gar nicht. Beeinflussungen sind nicht zu erwarten und sind auch nicht festgestellt worden.

Nun zur Realisierung: Der Pegel von „Yaesu M1“ muss erst einmal mit einem Vorverstärker angehoben werden um dann das Signal auf 3 Übertrager zu verteilen. Es wurde ein fertiges Vorverstärker-Modul verwendet wie es zu geringen Stückpreisen bei Rastberry Projekten Anwendung findet. Das Modul hat sogar einen eigenen Pegelregler. Dieses Modul wird immer mit Electret-Kapsel geliefert, die muss ausgelötet werden und besitzt eine eigene Spannungsversorgung der Kapsel. Diese Versorgung muss durch Auslöten eines Widerstandes unterbrochen werden. Oder man schaltet einen Kondensator vor dem Modul. Ich habe mich für das Auslöten von R3  2 KΩ (siehe Bild) entschieden, verlangt aber eine ruhige Hand bei den winzigen Bauteilen auf der Platine. Auch der Ausgang des Moduls muss mit einem Kondensator abgeblockt werden. Das wird beim Kauf über ebay immer verschwiegen, dass der Ausgang genau auf der Hälfte der Betriebsspannung liegt, also auf 2,5 Volt. Außerdem  besitzt das Modul eine Low-Frequenzabsenkung was den Betrieb für den Amateurfunk ideal macht. Das Modul darf nur mit 5 Volt betrieben werden.

Es wurde also jeweils ein Übertrager für Funkgeräte von Kenwood, Icom und Yaesu vorgesehen. Hinter den Übertragern liegen Trimmer um die unterschiedlichen  Signalpegel an die einzelnen Funkgeräte an zu passen. Kondensatoren blocken die Gleichspannung ab, die bei Icom Geräten mit auf der Mikrofon-Signalleitung liegen. Die 3 Ausgänge sind auf 3 8 polige Stiftleisten abgeschlossen die jeweils genau mit der Pin-Belegung der Original 8 poligen Mikrofon-Buchsen der einzelnen Hersteller übereinstimmen. Man bekommt bei Reichelt fertige Stiftleisten mit Kabelstecker die für dieses Projekt ideal sind. Bestell-Nr. PS 25/8G WS. Durch Umstecken hat man sofort PIN kompatibel den richtigen Mikrofon-Anschluss zur Verfügung. Die PTT-Schaltung wurde bei mir nur für die Geräte von Kenwood und Icom realisiert. Der Stromlaufplan wurde bewusst minimalistisch gehalten und sollte nach eigenen Vorstellungen abgewandelt werden. Die 5 Volt Stromversorgung im Gerät, sollte zusätzlich mit Induktivitäten und Kondensatoren abgeblockt werden. Auf ein Platinenlayout wurde absichtlich verzichtet weil doch so oft persönliche Bedürfnisse einen abgewandelten Stromlaufplan erfordern.

Ein 8 poliges Mikrofonkabel zum Anschluss an den Transceiver, jede Ader einzeln abgeschirmt, sehr flexibel, gibt es bei Reichelt :    ML 608-5  (5 Meter 6 adrig + Schirm) bzw. ML808-5   (5 Meter 8 adrig +Schirm).            

So könnte es aussehen – unteres Gerät! Das obere Gerät ist eine andere Geschichte.

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ARDF - Funksport Technik & Projekte

80m Peilempfänger von DB7JD

Als Grundlage dienen Unterlagen von DL2AVH. Allerdings verwendet DL2AVH eine gedruckte Rahmenantenne. Ich habe mich mit einem Ferritstab von BOX 73 beholfen, der ist günstig zu bekommen, man muss das Material „4B“ nehmen (FS150-8-4B), andere Materialien sind eher ungeeignet. Auch bekommt man dort die abgeschirmte 3, 3µH Spule für den Oszillator (FI-4-7 4µH). Ob Rahmenantenne oder Ferritstab…da gehen die Meinungen auseinander. Die Rahmenantenne hat einen bessere Richtwirkung ist aber auf Grund der Abmessungen im Gelände eher störend wenn es ins Gehölz geht. Ich wollte eine möglichst kleine Bauweise anstreben mit allen Bauteilen auf der Platine so dass es keinen zusätzlichen Verdrahtungsaufwand gibt. Das ist mir auch gelungen, allerdings haben sich 2 kleine, leicht behebbare Layoutfehler eingeschlichen, sollte es eine Neuauflage der Platine geben werden diese Fehler behoben sein. Im Layout sind chinesische Printpotis vorgesehen. Ich habe mich aber beim Abstimmpoti für ein 10 Gangpoti mit passenden Knopf entschieden, auch die gibt es von den Chinesen. Das Mehrgang-Abstimmpoti hat den Vorteil der feinfühligen Frequenzabstimmung, ein Verriegelungshebel sperrt das Poti gegen Verdrehung. Die Standardfrequenz für Fuchsjagden im 80m-Band ist 3,579 MHz. Das Gerätchen überstreicht den Frequenzbereich von 3,5…3,6 MHz und zusätzlich ist mit den beiden DIP-Schalter der Bereich 3,6…3,7 MHz und 3,7…3,8 MHz einstellbar. Eine Frequenzeinstellung ist sinnvoll falls mit einem „Rückholfuchs“ gearbeitet wird, der logischer Weise ein Dauersignal auf einer anderen Frequenz aussendet. Der Empfänger hat mehrere Bedienelemente. Wie vorher erwähnt ist eine Frequenzeinstellung über Poti realisiert und es gibt einen HF-Abschwächer der auch die Lautstärke beeinflusst. Zusätzlich ist aber auch ein direktes Lautstärkepoti vorgesehen um die Bedienung insgesamt komfortabler zu machen um Kopfhörer unterschiedlicher Empfindlichkeit besser anzupassen. Als Anschluss ist ein 3,5mm Kopfhörer-Buchse vorgesehen. Durch Einstecken des Kopfhörers wird das Gerätchen eingeschaltet. Auf einen Lautsprecher wird bei Fuchsjagden gerne verzichtet weil das andere „Jäger“ irritieren könnte, die Möglichkeit besteht aber, der verbaute NF-Schaltkreis ist dazu in der Lage. Nachtrag: das ist inzwischen auch realisiert. Außerdem wurde eine LED als Einschaltkontrolle vorgesehen. Mit einem  Vorwiderstand von 4,7 KΩ ist die zusätzliche Stromaufnahme vernachlässigbar. Die Stromaufnahme liegt bei dem vorliegenden Gerätchen bei 10,5 mA. Mit einem Standard Alkaline 9Volt-Block, 450 – 600 mA, erreicht man eine Betriebszeit von 45 – 50 Stunden. Eine Ferrit- bzw. Rahmenantenne hat 2 bevorzugte Empfangsrichtungen. Mit einer zu schaltbaren kurzen Stabantenne erreicht man die genaue Ortung des gesuchten Fuchses.

Der Stromlaufplan